Saarbrücken, 5. Juli 2019. Im Jahr 2018 verordneten Ärzte den TK-versicherten Erwerbstätigen im Saarland durchschnittlich fünf Tagesdosen Antibiotika. Damit ist die Zahl der Verordnungen im Vergleich zum vergangenen Jahr (5,5) zwar gesunken, liegt aber immer noch um fast ein Viertel über dem Bundesschnitt. Das zeigt der aktuelle Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK). Auch im Bundesdurchschnitt verordneten Ärzte mit vier Tagesdosen weniger Antibiotika als im Jahr zuvor - 2017 waren es 4,6. 

"Der seit einiger Zeit auch hierzulande zu beobachtende Rückgang bei den Antibiotika-Verordnungen zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind", betont Thomas Jochum von der TK-Landesvertretung im Saarland. Oberste Priorität habe die Aufklärung, damit diese Medikamente nur in den Fällen verordnet werden, in denen es medizinisch auch wirklich notwendig ist. "Nur der bedachte Einsatz kann verhindern, dass sich immer mehr multiresistente Keime bilden, die nicht auf Antibiotika reagieren", so Jochum.  

Mit "RESIST" unnötige Verordnungen vermeiden

Die TK beteiligt sich deshalb auch im Saarland an dem Projekt "RESIST". Das Ziel ist, unnötige Antibiotikaverordnungen bei Atemwegserkrankungen zu vermeiden. Ärzte und auch Patienten sollen für das Thema sensibilisiert werden - zum Beispiel steht ein Instrumentenkoffer mit Entscheidungshilfen zur Verfügung. Die Mediziner können an einem Onlinetraining teilnehmen und ihr Verordnungsverhalten hinterfragen. Und sie bekommen Informationsmaterial an die Hand, um ihren Patienten die Entscheidung für oder gegen ein Antibiotikum zu erklären. Denn häufig erwarten Patienten ein Rezept für ein Medikament, wenn sie zum Arzt gehen.

Hinweis an die Redaktionen

Für den Gesundheitsreport 2019 hat die TK unter anderem die Arzneimittelverordnungen der rund 45.000 versicherten saarländischen Erwerbspersonen ausgewertet. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Die Tagesdosis ist die angenommene mittlere tägliche Erhaltungsdosis für die Hauptindikation eines Wirkstoffs bei Erwachsenen.