Potsdam, 7. Juli 2021. In Brandenburg bekommen immer weniger Patientinnen und Patienten mit einer Erkältung ein Antibiotikum verschrieben. Im vergangenen Jahr gingen die Antibiotika-Verordnungen bei dieser Diagnose im Vergleich zu 2014 um deutlich mehr als die Hälfte zurück. Das zeigt eine Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK). Erhielten im Jahr 2014 noch 31,6 Prozent der Versicherten, die in Brandenburg wegen einer Erkältung krankgeschrieben waren, von ihren Ärztinnen und Ärzten ein Antibiotikum, waren es im Jahr 2020 nur noch 13,1 Prozent. 

"Brandenburg zählt zu den Ländern mit einer vergleichsweise geringen Verschreibungsquote", sagt Susanne Hertzer, TK-Chefin in  Berlin und Brandenburg. "Berlin ist neben Bremen erfreulicherweise sogar das Bundesland, in dem am seltensten Antibiotika bei Erkältungen verschrieben werden."

Antibiotika sind gegen Viren machtlos

Die meisten Erkältungsinfekte werden durch Viren hervorgerufen, gegen diese sind Antibiotika machtlos. Ein hoher Verbrauch von Antibiotika vergrößert jedoch die Gefahr des Entstehens multiresistenter Bakterien, was wiederum die Wirksamkeit der Antibiotika gefährdet. "Deswegen ist es besonders wichtig, dass Antibiotika nur dann eingenommen werden, wenn dies auch wirklich notwendig ist", sagt Susanne Hertzer.
Noch deutlicher wird der Rückgang der Antibiotika-Verordnungen bei Erkältungen im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2019: In Brandenburg sank die Zahl der Verschreibungen von 18,9 um knapp sechs Prozentpunkte. 

Seit Beginn der Corona-Pandemie ging auch die Zahl der Erkältungskrankheiten insgesamt zurück. Ein Grund dafür: Viele Menschen hielten sich an die Hygieneregeln.

Hinweis für die Redaktion

Die Daten stammen aus dem TK-Gesundheitsreport 2021. Für den Report wurden unter anderem die Arzneimittelverordnungen ausgewertet. Grundlage waren die 5,4 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen im Alter zwischen 15 und 65 Jahren. Davon stammen rund 155.000 aus Brandenburg. Zu den Erwerbspersonen zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie Empfänger des Arbeitslosengeldes I.