Hannover, 8. Juni 2021. Die Menschen in Niedersachsen erhalten bei Erkältungen von Jahr zu Jahr weniger Antibiotika. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK). Wurde im Jahr 2014 noch 32,5 Prozent der TK-versicherten Erwerbspersonen, die wegen einer Erkältung krankgeschrieben waren, Antibiotika verordnet, bekamen im Jahr 2020 nur noch 15 Prozent ein entsprechendes Rezept ausgestellt. Ein Rückgang von mehr als 50 Prozent innerhalb von sechs Jahren. Von 2019 bis 2020 waren die rückläufigen Verordnungen besonders deutlich. Wurden im Jahr 2019 noch 20,9 Prozent Antibiotika verschrieben, reduzierten sich die ärztlichen Verordnungen ein Jahr später um rund sechs Prozentpunkte. 

Antibiotika nur bei bakteriellen Infektionen

"Ein Teil des starken Verordnungsrückganges im Jahr 2020 ist sicherlich damit zu erklären, dass in der Zeit der Pandemie weniger Menschen mit Erkältungskrankheiten zum Arzt gegangen sind", macht Dirk Engelmann, Leiter der TK-Landesvertretung in Niedersachsen deutlich. "Insgesamt bestätigen die sinkenden Verordnungszahlen aber auch einen Trend, den wir seit Jahren beobachten. Es ist wichtig, dass Antibiotika nur dann eingenommen werden, wenn es wirklich notwendig ist, denn bei Antibiotika spielt das Problem der Bildung von multiresistenten Keimen eine große Rolle. Der rückläufige Trend der Verschreibungspraxis ist daher zu begrüßen."

Auch bundesweit Rückgang bei Antibiotika-Verschreibungen

Auch bundesweit wurden im "Coronajahr" 2020 deutlich weniger Antibiotika verschrieben. Die Verordnungen gingen im Vergleich zu 2019 um fast 24 Prozent zurück, auf 2,85 Tagesdosen pro versicherter Erwerbsperson. Besonders stark waren die Rückgänge zu Beginn der Coronapandemie im April (minus 43,8 Prozent) und im Mai (minus 41,6 Prozent).

Hinweis für die Redaktion

Die genannten Daten stammen aus dem TK-Gesundheitsreport 2021. Für den Report wurden unter anderem die Arzneimittelverordnungen der mehr als fünf Millionen bei der TK-versicherten Erwerbspersonen ausgewertet. Dazu zählen neben den Erwerbstätigen auch die Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld I. 

Weitere Informationen zu Antibiotika auf tk.de, Suchnummer 2021502