Erfurt, 27. August 2021. Gesetzlich versicherte Thüringerinnen und Thüringer bekamen im Jahr 2020 Medikamente im Wert von mehr als 1,5 Milliarden Euro verordnet. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Arzneimittel-Bruttoumsatz um 3,4 Prozent. Das berichtet die Techniker Krankenkasse (TK) in Erfurt und beruft sich auf aktuelle Daten des GKV-Spitzenverbandes.

Statistisch gesehen belief sich der Wert der Arzneimittelverordnungen im Freistaat auf 790,61 Euro pro Person. Damit nimmt der Freistaat erneut einen der vorderen Plätze im Länderranking ein. Im Bundesdurchschnitt wurden Arzneimittel im Wert von 683,43 Euro je Versicherten verordnet.

"Interessant ist die neue Aufschlüsselung nach Altersgruppen. Bis zum 50. Lebensjahr liegt der Wert der verordneten Medikamente je Thüringerin und Thüringer unter dem Bundesdurchschnitt. Nach dieser Altersgrenze ist der durchschnittlich verordnete Medikamentenwert je Versicherten deutlich höher", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen.

Zuzahlungen steigen

Die Versicherten in Thüringen leisteten laut Statistik 35,12 Euro gesetzliche Zuzahlungen, ein Plus von 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im gesamtdeutschen Durchschnitt sind die Zuzahlungen um weniger als 0,1 Prozent gesunken und beliefen sich auf durchschnittlich 32,27 Euro je Versicherten.

Arzneimittelverschreibung: Peak im März

Rein statistisch gesehen erhielten 2020 alle GKV-versicherten Menschen in Thüringen 11,7 Arzneimittel-Verordnungen, 0,3 Prozent mehr als 2019. Die verordneten definierten Tagesdosen stiegen um 2,6 Prozent auf rund 742.

"Im März 2020 wurden mit Abstand die meisten Medikamente verschrieben. Vermutlich haben Thüringer Ärztinnen und Ärzte zu Beginn der Coronapandemie besonders viele Rezepte ausgestellt oder größere Packungen verordnet, damit Menschen, die regelmäßig Medikamente benötigen, einen gewissen Vorrat hatten", sagt Dressel. "So mussten sie in der Folge nicht nur wegen eines Rezepts in die Arztpraxis und konnten unnötige Kontakte vermeiden. Der gleiche Effekt könnte erzielt werden, wenn diese Menschen per Videokonferenz mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt sprechen würden und dann ein elektronisches Rezept bekämen."

Hinweis für die Redaktion

Die Statistik, auf die sich die TK bezieht, findet sich unter gkv-gamsi.de und wird jährlich vom GKV-Spitzenverband veröffentlicht.

Die Anzahl der Medikamentenverordnungen entspricht im Fertigarzneimittelmarkt der Anzahl der entsprechenden Packungen.
Eine definierte Tagesdosis (DDD = "Defined Daily Dose") bezeichnet die nach pharmakologischen Kriterien festgelegte Substanzmenge, die zur Behandlung eines Patienten oder einer Patientin mit einem Präparat unter üblichen Umständen für einen Tag ausreicht.