Erfurt, 12. Juli 2019. Medikamente im Wert von mehr als 1,4 Milliarden Euro wurden gesetzlich versicherten Thüringern im Jahr 2018 verordnet. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg von 2,2 Prozent. Dies berichtet die Techniker Krankenkasse (TK) in Erfurt und beruft sich auf aktuelle Daten des GKV-Spitzenverbandes.

In Thüringen beläuft sich der Wert der Arzneimittelverordnungen pro Kopf statistisch gesehen auf 727,30 Euro. Damit nimmt der Freistaat einen der vorderen Plätze im Länderranking ein, im Bundesdurchschnitt wurden Arzneimittel im Wert von 636,52 Euro je Versicherten verordnet. Die regionalen Unterschiede waren erheblich: Am höchsten waren die Umsätze in Mecklenburg-Vorpommern (825,32 Euro pro Kopf), am anderen Ende der Skala liegt Schleswig-Holstein (542,25 Euro pro Kopf).

Weniger Arzneimittelverordnungen

Rein statistisch gesehen erhielt 2018 jeder Thüringer 6,9 Rezepte und 11,6 Arzneimittel-Verordnungen, 1,3 Prozent weniger als 2017. Die verordneten definierten Tagesdosen sind auf rund 703 gesunken (2017: 705 DDD).

"Obwohl Ärzte in Thüringen weniger verordnet haben, setzt sich der Trend steigender Medikamentenumsätze fort", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen. "Hintergrund ist der Trend zu immer teureren Präparaten."

Zuzahlungen gestiegen

Laut Statistik leistete jeder Thüringer 33,65 Euro Zuzahlungen, eine leichte Steigung von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im gesamtdeutschen Durchschnitt hingegen ist der Trend rückläufig, hier sind die Zuzahlungen um 0,2 Prozent auf 32,25 Euro gesunken.

Wechselwirkungen vermeiden

Insbesondere älteren Menschen werden häufig verschiedene Arzneimittel gleichzeitig verordnet. So ist die regelmäßige Einnahme von fünf oder mehr verordnete Medikamenten in der Altersgruppe ab 60 Jahren keine Seltenheit. Um den Überblick zu behalten und Wechselwirkungen zu vermeiden, ist die TK-Versicherteninformation Arzneimittel "TK-ViA" eine Hilfe. Sie zeigt, welche Arznei-, Verband- und Hilfsmittel in den vergangenen zwei Jahren verordnet wurden. 

Hinweis an die Redaktion

Die Statistik, auf die sich die TK bezieht, findet sich unter www.gkv-gamsi.de und wird jährlich vom GKV-Spitzenverband veröffentlicht.

Eine definierte Tagesdosis (DDD = "Defined Daily Dose") bezeichnet die nach pharmakologischen Kriterien festgelegte Substanzmenge, die zur Behandlung eines Patienten mit einem Präparat unter üblichen Umständen für einen Tag ausreicht.