Berlin/Potsdam, 28. Juni 2019. Im Jahr 2018 haben Ärzte in Brandenburg durchschnittlich 3,5 Tagesdosen Antibiotika verordnet, in Berlin 3,7 Tagesdosen. Das zeigt der aktuelle Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK). Statistisch gesehen nehmen TK-versicherte Erwerbstätige in der Region damit an mehr als drei Tagen im Jahr Antibiotika ein. Im Vorjahr lagen die Zahlen in Brandenburg bei 3,8 und in der Hauptstadt bei 4,2 Tagesdosen. Die TK in Berlin und Brandenburg weist darauf hin, dass der Einsatz dieser Medikamente unbedingt sorgsam geprüft werden muss, um die Bildung resistenter Keime zu reduzieren.

Weniger Verordnungen als im Bundesdurchschnitt

Auch im Bundesdurchschnitt verordneten Ärzte mit 4,0 Tagesdosen weniger Antibiotika als im Jahr zuvor - 2017 waren es 4,6. Susanne Hertzer, TK-Chefin in Berlin und Brandenburg: "Es ist erfreulich, dass die Zahl der Antibiotikaverordnungen gesunken ist. Die Medikamente können in vielen Fällen sehr wirksam sein, ein zu hoher oder falscher Einsatz begünstigt jedoch das Risiko für die Bildung multiresistenter Keime." Diese können dann nicht mehr mit Antibiotika bekämpft werden. Keime sind vor allem in Zusammenhang mit medizinischen Eingriffen ein Risiko für Patienten.

Händehygiene ebenfalls wichtig gegen Keime 

Neben dem überlegten Einsatz von Antibiotika ist auch die richtige Hygiene in medizinischen Einrichtungen wichtig, um die Verbreitung von Keimen und Infektionen zu verhindern. Handhygiene spielt dabei eine entscheidende Rolle. Hertzer: "Wir wissen, dass neun von zehn Keimen über Hände übertragen werden. Wir appellieren daher auch an Patienten und Besucher in den Kliniken, darauf zu achten, sich regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen".  Die Kliniken selbst können freiwillig der Aktion Saubere Hände beitreten. In Berlin und Brandenburg ist bereits ein Großteil der Klinken dabei. Ein sparsamer Einsatz von Antibiotika und eine sorgfältige Hygiene seien der Schlüssel im Kampf gegen Keime, so Hertzer.

Hinweis an die Redaktionen

Für den Gesundheitsreport 2019 hat die TK unter anderem die Arzneimittelverordnungen der rund 392.000 bei der Kasse versicherten Berliner und rund 146.000 Brandenburger Erwerbspersonen ausgewertet. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Die Tagesdosis ist die angenommene mittlere tägliche Erhaltungsdosis für die Hauptindikation eines Wirkstoffs bei Erwachsenen. Laut Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit erkranken jährlich 400.000 bis 600.000 Patienten in Deutschland an einer Infektion, die sie in Verbindung mit einem medizinischen Eingriff erworben haben.