Hamburg, 11. Januar 2019. Jeder fünfte TK-Versicherte in Hamburg bekam 2017 mit der Diagnose Erkältung ein Antibiotikum verschrieben. "Diese Zahl sehen wir kritisch, denn insbesondere bei Erkältungen, die meistens durch Viren verursacht werden, kann ein Antibiotikum gar nichts ausrichten. Gleichzeitig steigt mit jeder unnötigen Verordnung die Gefahr, dass Antibiotika im Ernstfall nicht mehr wirken, weil Bakterien dagegen resistent werden", sagt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg.

Hamburg steuert dieser Entwicklung mit gezielten Maßnahmen entgegen. 2017 machte die Landeskonferenz zur gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung Antibiotika zu ihrem Schwerpunktthema. Die Maßnahmen wurden im April 2018 vorgestellt. Teil des Maßnahmenpakets ist die Kampagne "Antibiotika gezielt einsetzen" . "Die Aufklärungskampagne hat das Ziel, den Hamburger Patienten zu vermitteln, wann ein Antibiotikum wirkt und wann nicht. Zugleich sollen auch Ärzte für den gezielten Einsatz von Antibiotika sensibilisiert werden. So können Patienten das Für und Wider einer Antibiotikatherapie mit ihrem Arzt besprechen", so Puttfarcken weiter.

Atemwegserkrankungen die dritthäufigste Ursache für Fehlzeiten

Im Jahr 2017 waren TK-versicherte Erwerbstätige in der Hansestadt im Schnitt 15,2 Tage krankgeschrieben. Im Vergleich zum Vorjahr (15,8 Tage) sind das rund 0,6 Tage weniger. Neben Muskel-Skelett-Erkrankungen (2,5 Tage) und psychischen Erkrankungen (3,4 Tage) sind Atemwegserkrankungen in Hamburg die dritthäufigste Ursache für Fehlzeiten. So waren Hamburger Erwerbstätige 2017 rund 2,3 Tage wegen dieser Diagnose krankgeschrieben.

TK-Fehlzeitentool bietet interaktive Analysen auf einen Blick

Sind Frauen in Hamburg häufiger krankgeschrieben als Männer? Wie hat sich der Krankenstand im Vergleich zum Vorjahr entwickelt? Wie viele krankheitsbedingte AU-Tage gab es in Hamburg aufgrund von Rückenbeschwerden? Das Fehlzeitentool der Techniker Krankenkasse (TK) beantwortet mithilfe von ein paar Klicks Fragen zu Krankenstand und Arbeitsunfähigkeitstagen und -fällen in Hamburg und ganz Deutschland.

Die Abfrage können Pressevertreter und alle, die sich für Mitarbeitergesundheit interessieren, am Fehlzeitentool selbst konfigurieren. "Mit dem Fehlzeitentool haben wir ein Angebot geschaffen, mit dem die Daten nun permanent online zur Verfügung stehen. Journalisten, Forschungseinrichtungen oder Interessierte können die Daten, unabhängig von Zeit und Ort, einfach suchen und aufbereiten", sagt Puttfarcken. Die Suche kann nach Ort, Branche und Beruf gefiltert und die gewünschte Kennzahl festgelegt werden.


Hinweis an die Redaktion

Im  Interview  erläutert Maren Puttfarcken welche Maßnahmen in Hamburg getroffen wurden, um einen verantwortungsvollen Gebrauch von Antibiotika zu unterstützen.

Die Datengrundlage für das TK-Fehlzeitentool stammt aus der Gesundheitsberichterstattung der TK von 2015 bis 2017. Dabei werden die Daten von derzeit gut fünf Millionen TK-versicherten Erwerbspersonen (Stand 2017) analysiert. Dazu gehören sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie die Empfänger von Arbeitslosengeld I.

Ansprechpartnerin Presse

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