Hamburg, 4. September 2020. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt: Zwölf Prozent der Frauen in Deutschland haben mehrmals in der Woche Kopfschmerzen, acht Prozent einmal in der Woche. Insgesamt gibt damit jede fünfte Frau (20 Prozent) an, dass sie mindestens ein- oder mehrmals in der Woche unter Kopfschmerzen leidet. Bei den Männern ist es nur jeder 25ste (vier Prozent). Zudem sind Jüngere stärker betroffen als Ältere: 21 Prozent der unter 40-Jährigen geben an, dass sie ein- oder mehrmals in der Woche Kopfschmerzen haben, bei der Generation 60 plus sind es fünf Prozent. Auffällig sind auch Unterschiede zwischen Stadt und Land: Von mehrmals in der Woche oder sogar täglich auftretenden Kopfschmerzen sind Befragte in eher urbanen Gebieten stärker betroffen als Befragte in eher ländlichen Gebieten (acht Prozent versus ein Prozent).

Rezeptfreie Schmerzmittel: besonders beliebt in Städten 

Sieben von zehn Betroffenen greifen, wenn sie bei Kopfschmerzen ein Medikament benötigen, zu einem rezeptfreien Schmerzmittel aus der Apotheke (71 Prozent). Auch hier zeigt sich ein deutlicher Stadt-Land-Unterschied: In urbanen Gebieten nutzen dies 74 Prozent, in ländlichen Gebieten sind es 53 Prozent. "Ein verantwortungsvoller Umgang mit Schmerzmitteln ist wichtig, damit keine Abhängigkeiten entstehen. Schmerzmittel haben einen wichtigen Stellenwert in der Therapie, sollten aber nicht als Lifestyle-Produkt verharmlost werden. Wer immer wieder oder unter besonders starken Schmerzen leidet, sollte einen Arzt konsultieren", sagt Dr. Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands der TK, anlässlich des Weltkopfschmerztages am 5. September 2020. 

Bei Selbstmedikation: Jeder Zweite greift zu Ibuprofen

Besonders häufig nehmen Kopfschmerzbetroffene bei rezeptfreien Mitteln den Wirkstoff Ibuprofen (52 Prozent) ein. Dann folgen Acetylsalicylsäure (ASS) (29 Prozent) und Paracetamol (25 Prozent). "Im Prinzip gibt es wenig Unterschiede zwischen Ibuprofen und Acetylsalicylsäure in der Kopfschmerztherapie von Erwachsenen. Ibuprofen wirkt etwas schneller, ASS dafür etwas nachhaltiger. Paracetamol zeigt laut Studien bei Kopfschmerzen und Migräne dagegen nur eine geringere Wirkung ", erklärt Prof. Dr. Hartmut Göbel, Facharzt für Neurologie und Spezielle Schmerztherapie. Vor allem in Großstädten (mehr als 500.000 Einwohner) greifen 72 Prozent zu Ibuprofen. 

Hinweis für die Redaktion

Weitere Informationen, Zahlen und Interviews gibt es im Kopfschmerzreport 2020 der TK. Die Forsa-Umfrage unter 1.001 Befragten wurde im Auftrag der TK Ende Februar und Anfang März 2020 durchgeführt.