Hamburg, 7. April 2022. Die Gendiagnostik ist ein wichtiges Zukunftsfeld für das Gesundheitswesen - zum Beispiel in der Arzneimittelversorgung. Durch die Analyse von Genen und Genprodukten können Informationen zu Verträglichkeit oder Wirksamkeit von Arzneimitteln gewonnen werden. Für die Techniker Krankenkasse (TK) ist die Einführung und Testung von gentherapeutischen Verfahren mit Blick auf eine innovative Versorgung ein wichtiges Anliegen. Neben der Förderung von Biomarker-gestützter Gendiagnostik in der Onkologie evaluiert sie nun auch den Einsatz von DNA-Tests bei Antidepressiva. 

"Eine stärker individualisierte Therapie kann an vielen Stellen die Versorgung verbessern. Und das ist natürlich unser Ziel. Deshalb wollen wir dieses Zukunftsthema mitgestalten und Erfahrungen sammeln", sagt Thomas Ballast, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands. "Vereinzelt sind Gentests bereits in der Regelversorgung angekommen, beispielsweise bei bestimmten Krebsmedikamenten, das ist aber noch die Ausnahme." 

Therapien individuell anpassen

Die TK hat mit dem Biotechnologie-Unternehmen humatrix einen besonderen Versorgungsvertrag für Gendiagnostik im Zusammenhang mit der Verordnung von Antidepressiva geschlossen. "In den meisten Fällen funktioniert der Einsatz von Antidepressiva gut. Doch wenn sie bei Patientinnen und Patienten nicht gut wirken, können genetische Veranlagungen ein Grund dafür sein und die Therapie müsste entsprechend angepasst werden, beispielsweise durch eine andere Dosierung oder ein anderes Medikament", so Ballast. Im Laufe des Projekts wird evaluiert, ob die Antwort in solch einem Fall ein DNA-Test liefern kann. Dieser soll zeigen, ob entsprechende Genveränderungen vorliegen, die zu einem schnelleren oder langsameren Abbau des angewendeten Medikaments führen.