Saarbrücken, 3. August 2020. Am vergangenen Wochenende ist die erste richtige Hitzewelle des Jahres über das Saarland hinweggerollt - bei strahlendem Sonnenschein wurden bis zu 38 Grad gemessen.

Ein guter Sonnenschutz ist aber nicht nur bei diesen hohen Temperaturen notwendig. Die UV-Strahlen sind auch bei bewölktem Himmel präsent und in zu hoher Dosis gefährlich für die Haut. Denn sie gelten als Hauptursache für Hautkrebs-Erkrankungen. Und deren Zahl steigt seit Jahren - auch im Saarland. Mit rund 270.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Hautkrebs mittlerweile die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Das geht aus dem Hautkrebsreport hervor, den das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), die Universität Bremen und die Techniker Krankenkasse (TK) im vergangenen Jahr vorgestellt haben.

Weniger als 38 Prozent Inanspruchnahme

Gründe für die hohen Erkrankungszahlen sind exzessives Sonnenbaden und zu wenig UV-Schutz. Dass es immer wieder schwere Krankheitsverläufe gibt, hängt auch mit einer Tatsache zusammen: der mangelnden Bereitschaft, zur kostenlosen Früherkennungsuntersuchung zu gehen. Die sogenannten Screenings, die kostenlos vom Hausarzt oder Dermatologen durchgeführt werden können, sind völlig schmerzfrei und nicht zeitaufwändig. Gesetzlich Versicherte können alle zwei Jahre die Früherkennungsuntersuchung durchführen lassen*, es zählen dabei die Kalenderjahre.

Laut einer aktuellen Auswertung der TK nahmen in den Jahren 2018 und 2019 im Saarland jeweils nur 18,5 Prozent (2017: 17,7 Prozent) der GKV-Versicherten eine solche Untersuchung wahr. Beim Blick auf die beiden Jahre ließen sich also weniger als 38 Prozent auf Hautkrebs untersuchen. Damit liegt das Saarland noch immer unter dem Bundesdurchschnitt von knapp 40 Prozent. Insgesamt zeigt sich aber, dass die niedrigen Quoten ein bundesweites Phänomen sind.

TK-Versicherte ab 20 Jahren können zum Screening

"Diese Untersuchungen sind enorm wichtig. Unsere Versicherte können das Screening bereits ab 20 Jahren in Anspruch nehmen", sagt Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung im Saarland und ergänzt: "Ich selbst habe auch schon von einem Screening profitiert und kann die regelmäßige Inanspruchnahme nur empfehlen."

Hinweis für die Redaktion

Weitere Informationen und Zahlen gibt es im Hautkrebsreport 2019 , den das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und die Universität Bremen gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse (TK) veröffentlicht haben.

*Einen gesetzlichen Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening gibt es ab 35 Jahren. Die TK geht jedoch darüber hinaus: Bundesweit können alle TK-Versicherten bereits ab 20 Jahren das Hautkrebs-Screening in Anspruch nehmen, unter bestimmten Voraussetzungen auch schon ab 15.