Hamburg, 27. August 2019. Kennen Sie den aktuellen Stand Ihres Sonnenkontos? Jeder von uns hat ein individuelles Sonnenkonto, verträgt also unterschiedlich viel UV-Strahlung. Ist das Konto überfüllt, kann Hautkrebs entstehen. Das ist immer häufiger der Fall: Immer mehr Menschen erkranken an hellem Hautkrebs - von 2009 bis 2015 nahmen die Fälle in Deutschland um mehr als 50 Prozent zu. Das zeigt der aktuelle Hautkrebsreport der Techniker Krankenkasse (TK). 

Männer und Ältere stärker betroffen

Die Auswertung von Daten TK-Versicherter zwischen 2015 und 2017 zeigt außerdem: An hellem Hautkrebs erkranken deutlich mehr Männer als Frauen. Im Jahr 2017 waren von 100.000 TK-versicherten Männern 2.151 von der Diagnose betroffen, von 100.000 Frauen litten 1.868 unter hellem Hautkrebs. Bei beiden Geschlechtern stieg die Zahl der Betroffenen in den vergangenen Jahren stetig an, insbesondere bei den Frauen (um drei Prozent zwischen 2015 und 2017). Bezüglich des Alters betrifft der helle Hautkrebs vor allem Menschen ab 65 Jahren. 2017 waren in der Altersgruppe der 65- bis 69-Jährigen 3.371 von 100.000 Männern von der Diagnose heller Hautkrebs betroffen, bei den 75- bis 79-jährigen Männern mit 9.156 fast dreimal so viele. Bei den 85- bis 89-jährigen Männern stieg die Zahl auf 11.529.

Heller Haut­krebs

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Männer und Ältere sind stärker vom hellen Hautkrebs betroffen.

Das Sonnenkonto ist irgendwann voll

"Der helle Hautkrebs entwickelt sich zu einer Volkskrankheit", sagt Tim Steimle, Leiter der TK-Arzneimittelversorgung. "Zwar ist er nicht so gefährlich wie das maligne Melanom, der sogenannte schwarze Hautkrebs. Dennoch ist es sehr wichtig, dass heller Hautkrebs frühzeitig erkannt wird. Umso schonender kann er dann behandelt werden. In seltenen Fällen kann eine Art des hellen Hautkrebses, das Plattenepithelkarzinom, auch Metastasen bilden."

Insbesondere bei dem derzeitigen Wetter sollte jeder an seine Haut denken und sie gut schützen. "Auch wer wenig Sonnenbrände hat, kann später am hellen Hautkrebs erkranken", erklärt Steimle. Denn die Haut vergisst nicht: "Wir haben je nach Hauttyp ein größeres oder kleineres Sonnenkonto - und das ist irgendwann einfach voll." Wer häufig ohne Schutz in die Sonne geht, strapaziert das Sonnenkonto. Deshalb gilt es, die extrem starke Mittagssonne zu meiden und sich ausreichend mit Sonnencreme und Kleidung zu schützen.

Heller Hautkrebs ist eine Berufskrankheit

Menschen, die viel im Freien arbeiten, haben ein höheres Risiko, am hellen Hautkrebs zu erkranken - ihr Sonnenkonto ist schneller gefüllt. Das gilt zum Beispiel für Landwirte, Beschäftige im Bauwesen oder Bademeister. "Da der Zusammenhang wissenschaftlich belegt ist, wird der helle Hautkrebs seit 2015 als Berufskrankheit anerkannt", sagt Steimle. Kürzlich veröffentlichte die Bundesregierung Zahlen, aus denen hervorgeht, dass bei der sogenannten Berufskrankheit "Plattenepithelkarzinome oder multiple aktinische Keratosen der Haut durch natürliche UV-Strahlung" im Jahr 2017 mehr als 5.300 Fälle anerkannt wurden - 2015 waren es noch 2.000 Fälle.

Nur jeder Fünfte geht zum Hautscreening

Erste Anzeichen des hellen Hautkrebses sind kleine, helle Flecken auf der Haut. Wer einen Verdacht hat, sollte frühzeitig zum Hausarzt oder Dermatologen gehen. Zur Vorsorge gehört, dass alle zwei Jahre ein Hautkrebsscreening durchgeführt wird. Im Zeitraum zwischen 2015 und 2017 nahm pro Jahr jedoch nur jeder fünfte TK-Versicherte eine Früherkennung in Anspruch. "Wir raten den Versicherten, den Anspruch auf das kostenlose Hautscreening wahrzunehmen, um Hautkrebs frühzeitig zu erkennen", erklärt Steimle. Ab 35 gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf die Leistung. Die TK geht jedoch darüber hinaus: Bundesweit können alle TK-Versicherten bereits ab 20 Jahren das Hautkrebs-Screening in Anspruch nehmen, unter bestimmten Voraussetzungen auch schon ab 15.

Viele Fälle in Sachsen, am wenigsten in Berlin und Bremen

Die Datenauswertungen im Hautkrebsreport zeigen auch regionale Unterschiede. 2017 waren in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern 2.816 und 2.484 von 100.000 Versicherten an hellem Hautkrebs erkrankt - das sind deutschlandweit die höchsten Werte. In Berlin und Bremen waren es mit 1.223 und1.324 deutlich weniger. Insgesamt gab es mehr Neuerkrankungen in Kreisen mit einer älteren Bevölkerung sowie mit einer größeren Zahl an niedergelassenen Dermatologen.

Hinweis für die Redaktionen

Mehr Zahlen, Präsentationen, Statements und Infografiken gibt es in der digitalen Pressemappe zum Hautkrebsreport 2019 . Außerdem steht eine Infografik speziell zum hellen Hautkrebs zur Verfügung.