Düsseldorf, 10. Februar 2021. Schuppige, nässende Haut und quälender Juckreiz: Knapp acht Prozent der Kinder und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen (NRW) unter 20 Jahren sind von Neurodermitis betroffen. Das geht aus dem Neurodermitisreport hervor, den die Techniker Krankenkasse (TK) gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und der Universität Bremen veröffentlicht hat. Im Alter ab 20 Jahren liegt die Verbreitung der TK-Auswertung zufolge bei 3,4 Prozent. Bundesweit gesehen, stellen die Wissenschaftler fest, dass bis zum 15. Lebensjahr Jungen und Mädchen gleichermaßen belastet sind, danach sind Frauen mehr betroffen.

Therapie hat Fortschritte gemacht

"Häufig beginnt die Hauterkrankung schon im Säuglingsalter. Für die Kleinen, aber auch für die Eltern ist es eine große Herausforderung, im Alltag damit zurechtzukommen. Da ist viel Geduld, Verständnis und Zuneigung gefordert. Später in der Pubertät kommt oft bedingt durch Hautekzeme ein Mangel an Selbstwertgefühl und Scham dazu", erklärt Barbara Steffens, Leiterin der TK-Landesvertretung in NRW. Ärztinnen und Ärzte sollten sich die Zeit nehmen, die Krankheit genau zu erklären und Ängste abzubauen. Denn es gibt mittlerweile gute Therapiemöglichkeiten, die die Beschwerden lindern.

Jeder Dritte bekommt Kortisonsalbe

TK-Versicherte mit einer Neurodermitis erhielten am häufigsten Arzneimittel mit Kortison. Der Auswertung zufolge bekamen mehr als 30 Prozent eine kortisonhaltige Salbe verschrieben und in etwa jedem zehnten Fall Kortisontabletten. Dabei ist der richtige Umgang entscheidend: Tabletten sind eine Notfallmaßnahme, die Salbe kann etwas länger angewendet werden. Außerhalb der medikamentösen Behandlung können wirkstofffreie Cremes die Beschwerden lindern und die generell sehr trockene Haut stärken.

Hinweis für die Redaktion

Der Neurodermitisreport  steht in zwei Versionen zum Download im Portal "Presse & Politik" bereit: einmal in einer Langversion und einmal in einer Kurzversion, die sich insbesondere an interessierte Betroffene richtet. Er enthält auch zahlreiche Tipps zum Umgang mit Neurodermitis.