Hamburg, 10. Februar 2021. Trockene Haut mit geröteten, entzündeten Stellen, die mit einem meist unerträglichen Juckreiz einhergehen: In Hamburg leiden 4,1 Prozent der Menschen an Neurodermitis (bundesweit: 4,2 Prozent). Bei Kindern und jungen Erwachsenen unter 20 Jahren ist sogar jeder Dreizehnte von der chronischen Hautkrankheit betroffen. Das zeigt der Neurodermitisreport, der in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse (TK), dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und der Universität Bremen entstanden ist.

"Neurodermitis gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter und ist mit einem sehr hohen Leidensdruck verbunden. Häufig begleitet sie die Kinder und Jugendlichen bis ins Erwachsenenalter", sagt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg. "Die Hautkrankheit frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, ist für die Betroffenen daher besonders wichtig."

Kortison wird am häufigsten verschrieben

Versicherte mit einer Neurodermitis erhielten am häufigsten Arzneimittel mit Kortison. Der Auswertung zufolge bekam mehr als jeder Dritte eine kortisonhaltige Salbe verschrieben, etwa jeder Zehnte Kortisontabletten. Bei Kortison ist der richtige Umgang entscheidend, sagt Prof. Dr. Matthias Augustin, Direktor am Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP), Facharzt für Hauterkrankungen am UKE und Mitherausgeber des Reports: "Tabletten sind eine Notfallmaßnahme, eine Creme kann etwas länger angewendet werden. Als Basistherapie ist es jedoch sehr wichtig, die Schutzfunktion der Haut mit wirkstofffreien Cremes zu stärken." 

Empfehlung für Impfung gegen Coronavirus

Da Menschen mit Neurodermitis häufig unter verschiedenen Unverträglichkeiten leiden, fragen sich viele Betroffene, ob sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen können. "Ich kann nahezu allen Betroffenen ab 16 Jahren mit Neurodermitis uneingeschränkt und dringend die Impfung mit den in Europa zugelassenen Impfstoffen empfehlen, auch eine Arzneimitteltherapie steht dem nicht im Wege", rät Augustin. Patientinnen und Patienten mit bekannten Unverträglichkeiten gegenüber Bestandteilen der Impfstoffe oder bekannten schweren allergischen Reaktionen in der Vorgeschichte sollten sich ausführlich von einer Ärztin oder einem Arzt beraten lassen. 

Hinweis für die Redaktionen

Der Neurodermitisreport steht in zwei Versionen zum Download im Portal "Presse & Politik" bereit, einmal in einer Langversion und einmal in einer Kurzversion, die sich insbesondere an interessierte Betroffene richtet. Er enthält auch zahlreiche Tipps zum Umgang mit Neurodermitis.