Saarbrücken, 11. Juni 2019. Die ersten richtig heißen Tage des Jahres sind im Saarland bereits vorbei und die Spuren waren in vielen Gesichtern zu sehen: Sonnenbrand. Die Belastung durch UV-Strahlen gilt als Hauptursache für Hautkrebs-Erkrankungen. Und deren Zahl steigt seit Jahren - auch im Saarland. Mit rund 270.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Hautkrebs mittlerweile die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Das geht aus dem aktuellen Hautkrebsreport hervor, den das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), die Universität Bremen und die Techniker Krankenkasse (TK) vorgestellt haben.

Saarländer erkranken häufig am malignen Melanom

Besonders das maligne Melanom, der sogenannte schwarze Hautkrebs, der bei zu später Entdeckung meist tödlich verläuft, wird im Saarland häufig diagnostiziert. Mit 145 Neuerkrankungen je 100.000 gesetzlich Krankenversicherter über 20 Jahren sind Saarländer besonders oft betroffen. Nur in Hessen (151) erkranken in Deutschland verhältnismäßig noch mehr Menschen neu am schwarzen Hautkrebs. Der besser zu behandelnde weiße Hautkrebs kommt insgesamt häufiger vor. Mit 761 Neuerkrankungen pro 100.000 Versicherter liegt das Saarland dabei im Bundesvergleich im Mittelfeld.

Nicht mal jeder fünfte Saarländer geht zur Früherkennungsuntersuchung

Ein Grund für die hohen Erkrankungszahlen ist neben exzessivem Sonnenbaden und zu wenig UV-Schutz die mangelnde Bereitschaft, zur kostenlosen Früherkennungsuntersuchung zu gehen. Denn gerade bei Hautkrebserkrankungen sind diese sehr wichtig. Die sogenannten Screenings, die kostenlos vom Hausarzt oder Dermatologen durchgeführt werden können, sind völlig schmerzfrei und nicht zeitaufwändig. Doch im Bundesschnitt gehen jährlich gerade einmal knapp 20 Prozent der Versicherten über 35 zur Früherkennung, im Saarland mit 17,7 Prozent sogar noch weniger.

"Weil diese Früherkennungsuntersuchung so wichtig ist, bietet die TK sie ihren Versicherten bereits ab dem 20. Lebensjahr an. Je früher der Krebs erkannt wird, desto besser und schonender kann er behandelt werden", erklärt Daniel Konrad, Pressereferent der TK-Landesvertretung Saarland die Bedeutung der Untersuchung.

Dermatologe wirbt für mehr Aufklärung

Das bestätigt auch Dr. Peter Keßler, Dermatologe aus Dillingen: "Insbesondere der schwarze Hautkrebs kann schon sehr früh auftreten, daher macht das Screening ab 20 definitiv Sinn", betont er. Keßler weiß, dass mehr Menschen zu der Früherkennungsuntersuchung kommen sollten und sieht vor allem eine Möglichkeit, das zu erreichen: "Aufklärung! Wir müssen Paten finden und eine Öffentlichkeit für dieses so wichtige Thema herstellen. Denn schwarzer Haut-krebs kann unerkannt immer noch zum Tode führen, dem müssen wir uns weiter bewusst sein." 

Die Ursache von Hautkrebs ist meist verhaltensbedingt

Trotz allen erblichen Veranlagungen ist Hautkrebs vor allem eine verhaltensbedingte Erkrankung. Die Vermeidung übermäßiger UV-Strahlung sowie effektiver Schutz durch Kleidung und Sonnencremes können das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, deutlich verringern. So gibt der Hautkrebsreport auch wichtige Hinweise zum Umgang mit der Sonne und den richtigen Schutzmaßnahmen.