Hamburg, 4. September 2020. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage hatten 14 Prozent der Norddeutschen in den vergangenen zwölf Monaten gleich mehrfach eine Migräne-Attacke, immerhin fünf Prozent einmal. Immer mehr Migränepatienten bekommen neue Arzneimittel zur Vorbeugung verordnet, sogenannte CGRP-Antikörper. Oft werden diese aber nicht zielgerichtet eingesetzt. Darauf weist die Techniker Krankenkasse (TK) anlässlich des bundesweiten Kopfschmerztags am 5. September hin.

Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg, sagt dazu: "Unsere Auswertungen zeigen, dass die neuen Medikamente nicht nur bei den Patienten angewendet werden, für die sie gedacht sind. Der Gemeinsame Bundesausschuss aber hat den CGRP-Antikörpern in seiner frühen Nutzenbewertung nur dann einen Zusatznutzen bescheinigt, wenn zuvor keine der sechs Vortherapien gewirkt hat. Viele Patienten haben aber deutlich weniger Vortherapien erhalten. Die neuen Medikamente werden also nicht immer zielgerichtet eingesetzt." Der Auswertung nach hatten knapp 52 Prozent der Versicherten, die CGRP-Antikörper verordnet bekommen haben, gar keine Vortherapie erhalten, weitere 25 Prozent nur eine.*

Hinweis für die Redaktion

Der vollständige Kopfschmerzreport steht auf dem Presseportal der TK zur Verfügung. Hier finden Sie auch weitere Informationen zum Report wie Infografiken und Interviews.

Die Forsa-Umfrage unter 1.001 Befragten wurde im Auftrag der TK Ende Februar und Anfang März 2020 durchgeführt.

* Bezüglich der methodischen Vorgehensweise müssen wir darauf hinweisen, dass es möglich ist, dass nicht alle erfolgten Vortherapien korrekt zugeordnet wurden. Doch selbst wenn man davon ausgeht, dass ein bis zwei Vortherapien zur Migräneprophylaxe pro Versicherten nicht erfasst werden konnten, ergibt sich, dass der überwiegende Anteil der Verordnungen in Patientengruppen erfolgt, für die kein Zusatznutzen besteht.