Düsseldorf, 28. Februar 2022. Teenager bekommen in Nordrhein-Westfalen immer häufiger Medikamente gegen ADHS oder Depressionen verschrieben. Nach einer aktuellen Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) wurden 2020 rund 4,5 Prozent der männlichen Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren mit Präparaten gegen ADHS behandelt - 2017 betrug die Quote erst 3,8 Prozent. Die Werte für gleichaltrige Mädchen lagen zuletzt mit 1,4 Prozent auf einem deutlichen niedrigeren Niveau. Ein umgekehrtes Bild zeigt sich bei den Verordnungen gegen Depressionen: 2020 erhielten 1,5 Prozent der TK-versicherten Mädchen ein Rezept für Antidepressiva, gegenüber 1,1 Prozent im Jahr 2017. Der Vergleichswert bei den Jungen blieb konstant bei 0,6 Prozent. 

Barbara Steffens, Leiterin der TK-Landesvertretung in NRW: "Das bald jeder zwanzigste männliche Jugendliche wegen ADHS mit Psychopharmaka behandelt wird, ist erschreckend". Wichtig ist es, dass psychische Probleme frühzeitig erkannt und individuell behandelt werden. Ob der Einsatz von Psychopharmaka im Rahmen der Therapie notwendig ist, müsse von den Ärztinnen und Ärzten gemeinsam mit Eltern und den Jugendlichen sorgsam abgewogen werden. 

Hinweis für die Redaktion

Die Zahlen sind Teil des TK Reports " Kinder und Arzneimittel" , den Sie gemeinsam mit weiteren Informationen und Infografiken auf dem Presseportal der TK finden. Die TK hat in NRW rund 2,6 Millionen Versicherte, darunter fast 150.000 Jugendliche (12 bis 17 Jahre).