Hamburg, 23. Februar 2022. Kinder bekommen immer weniger Antibiotika verschrieben - auch bereits vor der Coronapandemie. Das ist ein Ergebnis der Analysen der Techniker Krankenkasse (TK) im Zusammenhang mit dem Report "Kinder und Arzneimittel".

Im ersten Pandemiejahr 2020 bekamen Kinder im Alter bis zwölf Jahren so wenig Antibiotika zur Behandlung akuter Infekte verordnet wie noch nie - im Durchschnitt 0,73 Tagesdosen pro TK-versichertem Kind. Ein Rückgang von 61 Prozent im Vergleich zum Vor-Coronajahr 2019. Doch auch bereits vor der Pandemie zeigte sich ein rückläufiger Trend bei den Antibiotika-Verordnungen: Bekam ein Kind im Jahr 2017 durchschnittlich noch 2,37 Tagesdosen verordnet, waren es im Jahr 2018 2,09 Tagesdosen und im Jahr 2019 1,89 Tagesdosen - das macht einen Rückgang von rund 20 Prozent beim Vergleich der Jahre 2017 und 2019.

"Unabhängig von Corona verordnen Ärztinnen und Ärzte weniger Antibiotika. Diesen Trend sehen wir auch bei Erwachsenen", sagt Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK. "Es ist wichtig, dass Antibiotika nur dann verordnet werden, wenn sie wirklich notwendig sind, da immer mehr multiresistente Keime entstehen. Die Zahlen deuten darauf hin, dass Antibiotika zurückhaltender und gezielter eingesetzt werden. Hier gab es in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte, um medizinisches Personal und Patientinnen und Patienten zu sensibilisieren, dass Antibiotika nicht immer das Mittel der Wahl sind."

Der TK-Report weist auch auf die Bedeutung der richtigen Einnahme von Arzneimitteln hin - das gilt auch für Antibiotika. Sie sollten immer gemäß der ärztlichen Empfehlung eingenommen werden, denn eine zu niedrige Dosierung oder eine verkürzte Einnahme kann dazu führen, dass das Medikament nicht wirkt.

Hinweis für die Redaktion

Bei der Auswertung der Arzneimittelverordnungen wurde vor dem Hintergrund der Coronapandemie von den kalendarischen Jahren abgewichen. Die Zeiträume umfassen jeweils die Monate März bis Ende Februar.