Schwerin, 24. August 2020. Mehr als die Hälfte (59 Prozent) der im Jahr 2017 in Mecklenburg-Vorpommern geborenen Kinder hat in den ersten beiden Lebensjahren alle 13 von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen vollständig erhalten. Dies zeigt eine aktuelle Auswertung die Techniker Krankenkasse (TK). Demnach hat sich die Quote im Vergleich zu den im Jahr 2016 geborenen Kindern allerdings leicht verringert. Bei dieser Gruppe wurden 60,5 Prozent der Kleinkinder innerhalb der ersten beiden Lebensjahre komplett gegen Masern, Keuchhusten und Co. geimpft, inklusive aller Teilimpfungen.

Demgegenüber wurden 2,7 Prozent bis zu ihrem zweiten Geburtstag gar nicht geimpft. Im Vorjahr war dies bei 2,5 Prozent der Kinder der Fall. 38,3 Prozent der 2017 geborenen Kinder sind unvollständig geimpft (2016: 37 Prozent).

Kinder in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg am häufigsten durchgeimpft

Bundesweit wurden 46,7 Prozent vollständig durchgeimpft. Im Vergleich zwischen den Bundesländern zeigt sich, dass der Auswertung nach die meisten im Jahr 2017 geborenen Kinder in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg (jeweils etwa 59 Prozent) sowie Sachsen-Anhalt (55,6 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (54,8 Prozent) vollständig geimpft sind. Die meisten Kinder, die bis zu ihrem zweiten Geburtstag gar keine Impfung erhalten haben, leben demnach in Sachsen (6,8 Prozent) und Bayern (4,7 Prozent).

Nachimpfungen bei Masern

"Trotz der bundesweit höchsten Durchimpfungsquote, zeigt sich eine leicht negative Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern. Es ist nach wie vor wichtig, dass Kinder die Impfungen auch komplett erhalten. Nur so ist eine Immunisierung auch sicher", betont Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern. Beispiel Masern: 15,2 Prozent der 2017 in M-V geborenen Kinder (Bund: 10,2 Prozent) waren nach zwei Jahren noch unvollständig geimpft, hatten also die zweite Masernimpfung noch nicht erhalten. Bei den 2016 geborenen Kindern lag die Quote bei 13,8 Prozent (Bund: 10,7 Prozent). Im dritten Jahr sank diese auf 6,9 Prozent (Bund 6,4 Prozent). Einige Eltern haben ihre Kinder also noch nachimpfen lassen. Die Nachholeffekte zeigen sich dabei in allen Bundesländern und nicht nur in Sachsen, wo es eine von der STIKO abweichende Empfehlung für die Masernimpfung gibt. Die Sächsische Impfkommission empfiehlt die zweite Masernimpfung "um den vierten Geburtstag".

Hinweis für die Redaktion

Für die Auswertung der Impfraten wurden die 2017 geborenen und durchgängig bei der TK versicherten Kinder über einen Zeitraum von zwei Jahren sowie die 2016 geborenen und durchgängig bei der TK versicherten Kinder über einen Zeitraum von drei Jahren in Bezug auf die derzeit 13 von der STIKO empfohlenen Impfungen für diese Altersgruppe untersucht. Dabei ist jeweils noch das Quartal nach dem Geburtstag der Kinder in die Untersuchung eingeflossen, sodass der zweite bzw. dritte Geburtstag nicht als Stichtag für eine Impfung zu werten ist.