München, 23. Februar 2022. In den ersten beiden Lebensjahren empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) 13 Impfungen. Wie der neue Report "Kinder und Arzneimittel" der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt, sorgten die bayerischen Eltern in der Pandemiezeit für ein kräftiges Plus bei den Impfquoten. "Bei den im ersten Halbjahr 2019 geborenen Kindern sank die Quote der komplett ungeimpften Zweijährigen in Bayern auf 3,7 Prozent", sagt Christian Bredl, Leiter der TK in Bayern. "Bei Kindern, die vor der Coronazeit im Jahr 2016 auf die Welt kamen, war die Quote der ungeimpften Kleinkinder nach zwei Jahren mit 5,2 Prozent noch rund ein Drittel höher."

Masern, Mumps und Röteln: nur noch sechs Prozent ungeimpfte Kleinkinder 

Aktuell stehen Abrechnungsdaten bis Juni 2021 zur Verfügung. Demnach haben 44,6 Prozent der TK-versicherten Kleinkinder im Alter von bis zu zwei Jahren alle vorgesehen 13 Impfungen vollständig absolviert, 51,7 Prozent zum Teil. Ihnen fehlte also mindestens eine Impfung bzw. Teilimpfung. 

Bei der Masern-Mumps-Röteln-Impfung stieg die Quote der vollständig geimpften Zweijährigen, die im ersten Halbjahr 2019 geboren wurden, auf fast 84 Prozent. Hinzu kommen noch rund zehn Prozent der Zweijährigen, die bereits die erste Impfung haben. Bredl: "Im Vergleich zu den 2016 geborenen Kinder ging hier die Quote der ungeimpften Kleinkinder von knapp zehn auf sechs Prozent zurück. Die seit März 2020 geltende Impfpflicht für Kindergarten- und Schulkinder sowie die Diskussionen rund um das Thema wirken wohl." 

Falls noch Impflücken bestehen, empfiehlt der bayerische TK-Leiter den Eltern, diese bald zu schließen. Fehlende Impfungen können auch noch erfolgen, wenn das Kind bereits zwei Jahre alt ist.

Masernausbrüche verhindern durch 95prozentige Immunität in der Bevölkerung 

Bredl erinnert an das gemeinsame Ziel, dass sich die Menschen in Deutschland gesetzt haben: Masernausbrüche dadurch zu verhindern, dass mindestens 95 Prozent der Bevölkerung immun sind. Die STIKO hat deshalb bereits im Jahr 2010 eine Masernimpfung für nicht oder in der Kindheit nur einmal geimpfte nach 1970 geborene Erwachsene empfohlen. Der bayerische TK-Leiter motiviert nochmals alle, den eigenen Impfstatus zu prüfen und bestehende Lücken möglichst zu schließen.

TK-Report "Kinder und Arznei­mit­tel"

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Hinweis für die Redaktion

Für die Auswertung der Impfraten wurden die 2016, 2017, 2018 und im ersten Halbjahr 2019 geborenen und durchgängig bei der TK versicherten Kinder in Bezug auf die 13 von der STIKO empfohlenen Impfungen untersucht. Dabei wurden die ersten neun Lebensquartale betrachtet. 

Die TK hat in Bayern derzeit 1,45 Millionen Versicherte.