Saarbrücken, 23. Februar 2022. Kleinkinder im Saarland sind im Bundesvergleich überdurchschnittlich oft vollständig geimpft. Das geht aus dem neuen Report "Kinder und Arzneimittel" der Techniker Krankenkasse (TK) hervor, der am Mittwoch vorgestellt wurde. 54,3 Prozent der im ersten Halbjahr 2019 geborenen und TK-versicherten Kinder im Saarland haben bis zu ihrem zweiten Geburtstag alle 13 bis zu diesem Alter von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen erhalten. Bundesweit sind es 51,9 Prozent. An der Saar sind in dieser Kohorte 45,1 Prozent der Kinder teilgeimpft, ihnen fehlte also mindestens eine Impfung bzw. Teilimpfung. In ganz Deutschland sind es 45,3 Prozent. Gar keine Impfung haben im Saarland demnach nur 0,6 Prozent der Kleinkinder erhalten. Bundesweit mit 2,8 Prozent deutlich mehr.

Anteil ungeimpfter Kinder geht zurück

"Auffällig ist, dass der Anteil der komplett ungeimpften Kleinkinder im Vergleich zu den Jahrgängen zuvor deutlich zurückgegangen ist. In den Jahrgängen 2016 bis 2018 lagen die Werte an der Saar mit 1,3 Prozent, 2,1 Prozent und 2,4 Prozent deutlich höher als bei der aktuellen Auswertung", erklärt Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung Saarland. Bei der großen Gruppe der teilgeimpften Kinder betont Groh die Wichtigkeit vollständiger Impfungen. "Nur dann ist die Immunisierung auch wirklich gesichert. Daher sollten Eltern ausgelassene Impfungen ihrer Kinder unbedingt nachholen", so Groh.

Besonders hoch ist die vollständige Immunisierung im Saarland bei Masern, Mumps, Röteln - was meist als Kombinationsimpfung verabreicht wird - und Meningokokken mit Werten um 90 Prozent. Der Anstieg der Impfquote bei Masern, Mumps und Röteln von etwa 85 Prozent bei den Geburtsjahrgängen 2017 und 2018 zu den jetzt 90 Prozent kann mit der Masernimpfpflicht für Kindergarten- und Schulkinder zusammenhängen, die seit März 2020 gilt.

Arzneimittel bei Kindern - deutliche Rückgänge in der Pandemie

Der Report zeigt außerdem, welche Arzneimittel Kindern unter zwölf Jahren bundesweit am häufigsten verschrieben werden. Zu den am häufigsten verordneten Wirkstoffen gehören bundesweit unter anderem die Fieber- und Schmerzmittel Ibuprofen und Paracetamol, Mittel gegen Erkältungen (Xylometazolin, Efeublätter, Ambroxol) und Mittel für den Knochenaufbau (Colecalciferol). In den Daten macht sich ein deutlicher Coronaeffekt bemerkbar. So wurden TK-versicherten Kindern im ersten Pandemiejahr 2020* insgesamt fast 40 Prozent weniger Arzneimittelpackungen verordnet. Beispiel Fieber- und Schmerzmittel: Bekamen vor der Pandemie noch 45 Prozent der Kinder mindestens eine Verordnung über Schmerz- und Fiebermittel, waren es im ersten Pandemiejahr nur noch 29 Prozent.   

Hinweis für die Redaktion

Für die Auswertung der Impfraten wurden die 2016, 2017, 2018 und im ersten Halbjahr 2019 geborenen und durchgängig bei der TK versicherten Kinder in Bezug auf die 13 von der STIKO empfohlenen Impfungen untersucht. Dabei wurden die ersten neun Lebensquartale betrachtet.

*Bei der Auswertung der Arzneimittelverordnungen wurde vor dem Hintergrund der Coronapandemie von den kalendarischen Jahren abgewichen. Die Zeiträume umfassen jeweils die Monate März bis Ende Februar.