Bremen, 6. Mai 2021. Bremerinnen und Bremer haben sich in den ersten beiden Quartalen 2020 deutlich häufiger gegen Pneumokokken impfen lassen, als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Laut einer Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) lag die Impfquote zwischen Januar und Juli 2020 bei den Versicherten ab 60 Jahren bei 5,4 Prozent und somit deutlich über der 2019er Rate von 1,6 Prozent.

Gegenüber dem Bundesdurchschnitt von 6,6 Prozent fällt der Zwei-Städte-Staat damit ein Stück weit zurück. 2019 waren die Einwohnerinnen und Einwohner von Bremen und Bremerhaven noch fast genauso häufig zur Impfung gegangen, so wie der Rest der Republik. 

Den größten Anteil an Geimpften vor Ort weist die Altersgruppe von 70 bis 79 Jahren auf. Mit 6,2 Prozent ließ sich etwa jede bzw. jeder 16. Versicherte in diesem Altersbereich gegen die Pneumokokken-Erreger immunisieren. Ein Jahr zuvor lag dieser Wert deutlich niedriger (1,8 Prozent).

Zusammenhang mit der Coronapandemie

Ursächlich für den starken Anstieg der Impfquote ist ein entsprechender Aufruf des Bundesgesundheitsministeriums aus dem März 2020, der sich an ältere Menschen richtete. Vor dem Hintergrund der rasch ansteigenden Ausbreitung des Coronavirus war es das Ziel schwere Lungenerkrankungen, die von Pneumokokken-Bakterien ausgelöst werden können, zu vermeiden.

"Es ist ein gutes Zeichen, dass eine deutlich größere Anzahl an Versicherten sich im letzten Jahr für eine Pneumokokken-Impfung entschieden hat. Aufgrund der hohen Nachfrage kam es zeitweise sogar zu Lieferproblemen, welche vermutlich eine noch höhere Impfquote verhindert haben", so Dr. Susanne Klein, Leiterin der TK-Landesvertretung Bremen. "Schwere Pneumokokken-Infektionen treten vermehrt nach Virusinfektionen auf und damit ist der Impfschutz gerade für ältere Menschen besonders wichtig. Dies gilt auch weiterhin. Wer sich gegen Pneumokokken impfen lassen möchte, sollte sich hausärztlich beraten lassen", so Klein weiter.
 

Hinweis für die Redaktion

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts empfiehlt die Pneumokokken-Impfung generell für Menschen ab 60 Jahren sowie für Patientinnen und Patienten mit bestimmten chronischen Krankheiten. Ob und wann eine Auffrischung nach mehreren Jahren nötig ist, sollte mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin besprochen werden.  Für Säuglinge empfiehlt die STIKO eine Grundimmunisierung mit drei Impfungen im Alter von zwei, vier und elf Monaten.