München, 26. August 2020. Nur 41,6 Prozent der im Jahr 2017 in Bayern geborenen Kinder haben in den ersten zwei Lebensjahren alle dreizehn von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen vollständig erhalten. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK). "Die Quote hat sich in Bayern im Vergleich zu den im Jahr 2016 geborenen Kindern etwas verbessert", so Christian Bredl, Leiter der TK-Landesvertretung Bayern. Bei dieser Kindergruppe waren in Bayern nur 38,9 Prozent innerhalb der ersten zwei Lebensjahre komplett gegen Masern, Keuchhusten und Co. geimpft, also inklusive aller Teilimpfungen.

Bis zu ihrem zweiten Geburtstag sind 4,7 Prozent der 2017 in Bayern geborenen Kinder gar nicht geimpft worden. Dieser Wert hat sich im Vergleich zu den ein Jahr vorher auf die Welt gekommenen Kindern etwas verbessert. Von den 2016 Geborenen waren 5,2 Prozent ungeimpft. Unvollständig geimpft waren aus dem Geburtsjahrgang 2017 in Bayern mehr als die Hälfte der Zweijährigen (53,7 Prozent). Aus dem Geburtsjahrgang 2016 waren noch 56,0 Prozent der Zweijährigen nur teilweise geimpft.

Bei Masern wurde nachgeimpft

"Die Zahlen zeigen eine leicht positive Entwicklung. Ob dabei eine Rolle spielt, dass das Thema Impfen in der Öffentlichkeit sehr präsent war, lässt sich nur vermuten. Es ist aber weiterhin wichtig, das Augenmerk darauf zu richten, dass die Kinder auch alle Impfungen komplett erhalten, denn nur dann sind sie sicher immunisiert", sagt der bayerische TK-Landes-Chef. Beispiel Masern: 12,1 Prozent der 2017 geborenen Kinder waren nach zwei Jahren noch unvollständig geimpft, hatten also die zweite Masernimpfung (noch) nicht erhalten. Diese Quote ist ganz ähnlich zu den 2016 geborenen Kindern (12,2 Prozent). Was die aktuelle Auswertung aber auch zeigt: Einige Eltern haben ihre Kinder noch nachimpfen lassen. Schaut man sich die ersten drei Lebensjahre der im Jahr 2016 geborenen Kinder an, sinkt in Bayern die Quote der nur teilweise gegen Masern geimpften auf 7,4 Prozent. Die der gar nicht gegen Masern geimpften sinkt von 10,2 Prozent auf 5,3 Prozent. Gleichzeitig steigt bei diesen Kindern der Anteil der vollständig gegen Masern geimpften von 77,6 Prozent auf 85,1 Prozent an.

Kinder in Bayern bei Impfungen auf dem vorletzten Platz

Beim Blick auf die Unterschiede zwischen den Bundesländern zeigt sich, dass der Auswertung nach in Bezug auf die 2017 Geborenen die meisten Kindern in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern (jeweils etwa 59 Prozent) sowie Sachsen-Anhalt (55,6 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (54,8 Prozent) vollständig geimpft sind. Die meisten Kinder, die bis zu ihrem zweiten Geburtstag gar keine Impfung erhalten haben, leben demnach in Sachsen (6,8 Prozent) und Bayern (4,7 Prozent).

Hinweis für die Redaktion

Für die Auswertung der Impfraten wurden die 2017 geborenen und durchgängig bei der TK versicherten Kinder über einen Zeitraum von zwei Jahren sowie die 2016 geborenen und durchgängig bei der TK versicherten Kinder über einen Zeitraum von drei Jahren in Bezug auf die derzeit 13 von der STIKO empfohlenen Impfungen für diese Altersgruppe untersucht. Dabei ist jeweils noch das Quartal nach dem Geburtstag der Kinder in die Untersuchung eingeflossen, sodass der zweite bzw. dritte Geburtstag nicht als Stichtag für eine Impfung zu werten ist.