Berlin, 23. Februar 2022. Bei psychischen Erkrankungen gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Nach einer Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) wurden im Jahr 2020 rund 2,4 Prozent der männlichen Versicherten zwischen sechs und elf Jahren) in Berlin mit Psychopharmaka gegen ADHS behandelt. Bei den gleichaltrigen Mädchen benötigten 0,7 Prozent diese Medikamente. Ein Trend, der sich im Jugendalter fortsetzt: So bekamen 3,4 Prozent der männlichen Teenager (zwölf bis 17 Jahre) ADHS-Mittel, bei ihren Altersgenossinnen waren es 1,3 Prozent. In allen Altersgruppen steigen die Zahlen der Verordnungen gegen ADHS seit Jahren leicht, aber kontinuierlich an.

Bei den Depressionen ergibt sich ein umgekehrtes Bild bei der Geschlechterverteilung. 1,7 Prozent der TK-versicherten Berlinerinnen zwischen elf und 17 Jahren erhielten im Jahr 2020 Antidepressiva. Damit ist der Anteil bei den Mädchen gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Bei den gleichaltrigen Berlinern wurden wie im Vorjahr 0,9 Prozent mit Medikamenten wegen ihrer Depression behandelt. 

Susanne Hertzer, Leiterin der TK in Berlin und Brandenburg: "Es ist wichtig, dass psychische Probleme frühzeitig erkannt und individuell behandelt werden. Ob der Einsatz von Psychopharmaka im Rahmen der Therapie notwendig ist, muss von den Ärztinnen und Ärzten gemeinsam mit Eltern, Patientinnen und Patienten sorgsam abgewogen werden."

Hinweis für die Redaktion

Die Zahlen sind Teil des TK Reports "Kinder und Arzneimittel" , den Sie gemeinsam mit weiteren Informationen und Infografiken auf dem Presseportal der TK finden. Die TK hat in Berlin rund 916.000 Versicherte, darunter 58.855 Kinder (6 bis 11 Jahre) und 44.231 Jugendliche (12 bis 17 Jahre).