Potsdam, 23. Februar 2022. Bei psychischen Erkrankungen gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Nach einer Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) wurden im Jahr 2020 rund 2,9 Prozent der männlichen TK-Versicherten zwischen sechs und elf Jahren in Brandenburg mit Psychopharmaka gegen ADHS behandelt, 0,1 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Bei den gleichaltrigen Mädchen benötigten, wie schon 2019, rund 0,8 Prozent diese Medikamente.

Ein Trend, der sich im Jugendalter fortsetzt: So bekamen 3,5 Prozent der männlichen Teenager (zwölf bis 17 Jahre) im Jahr 2020 ADHS-Mittel, bei ihren Altersgenossinnen waren es 1,1 Prozent. In allen Altersgruppen steigen die Zahlen der Verordnungen gegen ADHS seit Jahren leicht, aber kontinuierlich an.

Bei den Depressionen ergibt sich ein umgekehrtes Bild bei der Geschlechterverteilung. 1,5 Prozent der TK-versicherten Brandenburgerinnen zwischen elf und 17 Jahren erhielten im Jahr 2020 Antidepressiva - ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte. Bei den gleichaltrigen Brandenburgern wurden mit 0,5 Prozent 0,1 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr mit Medikamenten wegen ihrer Depression behandelt. 

Susanne Hertzer, Leiterin der TK in Berlin und Brandenburg: "Es ist wichtig, dass psychische Probleme frühzeitig erkannt und individuell behandelt werden. Ob der Einsatz von Psychopharmaka im Rahmen der Therapie notwendig ist, muss von den Ärztinnen und Ärzten gemeinsam mit Eltern, Patientinnen und Patienten sorgsam abgewogen werden."

Hinweis für die Redaktion

Die Zahlen sind Teil des TK Reports "Kinder und Arzneimittel" , den Sie gemeinsam mit weiteren Informationen und Infografiken auf dem Presseportal der TK finden. Die TK hat in Brandenburg rund 317.000 Versicherte, darunter 25.209 Kinder (sechs bis elf Jahre) und 20.278 Jugendliche (zwölf bis 17 Jahre).