Aus dem  TK-Kopfschmerzreport geht hervor, dass mittlerweile jeder siebte Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern über Kopfschmerzen klagt. Bei 14,2 Prozent der 15 - 19-Jährigen im Land wurden im Jahr 2018 Kopfschmerzen ärztlich diagnostiziert. Damit liegt der Anteil der betroffenen Jugendlichen über dem Bundesdurchschnitt von 12,8 Prozent. Auch die Kinder bis 14 Jahren sind mit 5,3 Prozent überdurchschnittlich betroffen, bundesweit sind es 4,3 Prozent.

Anteil der Medikamentenverordnungen sehr hoch

Der Report zeigt, dass Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen bereits ein großes Thema sind. In Mecklenburg-Vorpommern wurden bei 27,4 Prozent der Heranwachsenden mit einer Kopfschmerzdiagnose schmerzstillende Medikamente verordnet. Nur im Saarland wurden mit 27,5 Prozent mehr Arzneimittel verordnet. In Berlin bekamen dagegen 17 Prozent der jungen Leute mit Kopfschmerzen ein entsprechendes Präparat, bundesweit waren es 22,6 Prozent.

Die verantwortungsvolle Einnahme von Kopfschmerzpräparaten kann vielen Betroffenen helfen. Um körperliche Schäden und Abhängigkeiten zu vermeiden, sollte nicht zu schnell zu Ibuprofen, Paracetamol und Co. gegriffen werden. Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern

Mehr Flüssigkeit, frische Luft und Schlaf gegen Kopfschmerzen

Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage der TK versucht ein Großteil der Betroffenen nicht direkt zu Schmerzmitteln zu greifen. Drei von vier Befragten im Norden (Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Hosltein) verfolgen sie Strategie, möglichst lange ohne Medikamente auszukommen. Alternativ werden andere Maßnahmen bevorzugt: Während 85 Prozent der Befragten mehr Flüssigkeit zu sich nehmen, sorgen 82 Prozent für frische Luft. Aber auch Schlafen (72 Prozent), Stressabbau und Entspannung (57 Prozent) sowie körperliche Bewegung (36 Prozent) lindern häufig die Beschwerden.

Weniger Kopfschmerztage mit Migräne-App

Bei 28,7 Prozent der Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern mit einer Kopfschmerzdiagnose wurde Migräne diagnostiziert. Die Migräne-App , welche gemeinsam von Schmerzexperten der Schmerzklinik Kiel, der TK und Selbsthilfegruppen entwickelt wurde, kann eine Hilfe für Betroffene sein. Migräne-Patienten erhalten durch gezielte Informationen und Selbstmanagement-Tools die Möglichkeit ihre Erkrankung besser kennzulernen und ihre Therapie aktiv zu verbessern. Eine Studie hat die Wirksamkeit der Anwendung bereits bestätigt. Durch die Nutzung der Migräne-App litten die Nutzer im Schnitt rund drei Tage wenige an Kopfschmerzen. Dies entspricht einem Rückgang von 25 Prozent.