Hamburg, 19. August 2020. Kopfschmerzen sind in Norddeutschland weit verbreitet: Jeder Neunte (11 Prozent) leidet mindestens einmal pro Woche an Kopfschmerzen, etwa jeder Fünfte (22 Prozent) gab an, ein- bis dreimal im Monat betroffen zu sein. Dies zeigt die Auswertung einer repräsentativen Forsa-Umfrage. "Wir wissen, dass Kopfschmerzen, insbesondere Migräne, mit einem enormen Leidensdruck bei den Betroffenen einhergehen und die Lebensqualität stark einschränken. Umso wichtiger ist es, genau abzuwägen, welche Therapieform sich individuell eignet", sagt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg.

Rezeptfreie Schmerzmittel, wie Ibuprofen, sind eine weit verbreitete Strategie im Kampf gegen die Volkskrankheit Kopfschmerzen: In Norddeutschland gaben 27 Prozent an, schnell zu Medikamenten zu greifen, um die Schmerzen loszuwerden. Nur in Brandenburg und Berlin waren es mit 32 Prozent noch mehr. Wer jedoch zu häufig, zu viele Tage hintereinander oder in zu hohen Dosen Kopfschmerzmedikamente schluckt, riskiert unerwünschte Nebenwirkungen oder auch einen Dauerkopfschmerz. Puttfarcken: "Wir möchten Schmerzmittel nicht verteufeln, jedoch sollten Betroffene Nebenwirkungen und Langzeitfolgen nicht aus den Augen verlieren." Daher sei es wichtig, die 10-20-Regel zu befolgen, nach der an weniger als zehn Tagen im Monat Schmerzmittel eingenommen werden dürfen - und dafür an mindestens 20 Tagen keine.

Wir möchten Schmerzmittel nicht verteufeln, jedoch sollten Betroffene Nebenwirkungen und Langzeitfolgen nicht aus den Augen verlieren. Maren Puttfarcken

Eine App gegen den Schmerz

Entscheidend ist, dass sich die Betroffenen frühzeitig mit ihren Beschwerden auseinandersetzen. Denn oft entstehen Kopfschmerzen durch bestimmte Trigger wie Gerüche, Nahrungsmittel oder Stress. Diese Auslöser zu kennen, kann dabei helfen, den persönlichen Alltag zielgerichtet und bewusst zu strukturieren. Dabei haben sich digitale Lösungen, wie die gemeinsam mit der Schmerzklinik in Kiel entwickelte Migräne-App der TK, in der Vergangenheit als effektiv erwiesen. "Im Schnitt konnten Nutzerinnen und Nutzer mithilfe der App ihre Kopfschmerztage um rund drei Tage im Monat senken. Die Möglichkeit, die eigene Krankengeschichte digital in der App zu erfassen, erleichtert die Diagnostik und ermöglicht passgenaue Therapieformen", so Puttfarcken.

Mehr als jeder achte Jugendliche in Hamburg ist von Kopfschmerzen betroffen 

In Hamburg leidet mehr als jede/r achte Jugendliche (13,4 Prozent) unter ärztlich diagnostizierten Kopfschmerzen (bundesweit: 12,8 Prozent). Von ihnen leidet mehr als jeder Vierte unter Migräne (27,8 Prozent). Das geht aus dem Kopfschmerzreport der TK hervor, der heute in Berlin vorgestellt wurde. Bei der Verordnung von Schmerzmitteln zeigen sich deutliche regionale Unterschiede: Während im Bundesdurchschnitt knapp 23 Prozent der Kinder und Jugendlichen von null bis 19 Jahren im Jahr 2018 ein Schmerzmittel verordnet bekommen haben, waren es in Hamburg nur 19,2 Prozent, in den östlichen Bundesländern hingegen bis zu 27,4 Prozent. Puttfarcken: "Es ist nicht klar, worauf diese regionalen Unterschiede beruhen. Ungeachtet dessen wollen wir als Krankenkasse aber für einen verantwortungsvollen Umgang mit Medikamenten werben, um langfristigen Folgen und Abhängigkeiten vorzubeugen."

Hinweise für die Redaktionen

Der vollständige Kopfschmerzreport steht auf dem Presseportal der TK zur Verfügung. Hier finden Sie auch weitere Informationen zum Report wie Infografiken und Interviews. 

Die Forsa-Umfrage unter 1.001 Befragten wurde im Auftrag der TK Ende Februar und Anfang März 2020 durchgeführt.