Schwerin, 19. August 2020. Jeder siebte Jugendliche in  Mecklenburg-Vorpommern klagt über Kopfschmerzen: bei 14,2 Prozent der 15- bis 19-Jährigen im Land wurden im Jahr 2018 Kopfschmerzen ärztlich diagnostiziert. Dies geht aus dem  Kopfschmerzreport der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Damit liegt der Anteil der betroffenen Jugendlichen über dem Bundesdurchschnitt von 12,8 Prozent. Mehr als jeder vierte (28,7 Prozent) der kopfschmerzgeplagten Jugendlichen hat eine Migräne. Von den Kindern bis 14 Jahren sind 5,3 Prozent vom Kopfschmerz betroffen, bundesweit sind es 4,3 Prozent.

Anteil der Medikamentenverordnungen in Mecklenburg-Vorpommern sehr hoch

"Der Report zeigt, dass Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen bereits ein großes Thema sind", betont Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern. Im Land wurden bei 27,4 Prozent der Heranwachsenden mit einer Kopfschmerzdiagnose schmerzstillende Medikamente verordnet. Nur im Saarland wurden mit 27,5 Prozent mehr Arzneimittel verordnet, bundesweit erhielten 22,6 Prozent ein entsprechendes Schmerzmittel. "Die verantwortungsvolle Einnahme von Kopfschmerzpräparaten kann vielen Betroffenen helfen. Um körperliche Schäden und Abhängigkeiten zu vermeiden, sollte nicht zu schnell zu Ibuprofen, Paracetamol und Co. gegriffen werden", so Austenat-Wied.

Mehr Flüssigkeit, frische Luft und Schlaf gegen Kopfschmerzen

Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage der TK versucht ein Großteil der Betroffenen nicht direkt zu Schmerzmitteln zu greifen. Drei von vier Befragten im Norden (Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein) verfolgen die Strategie, möglichst lange ohne Medikamente auszukommen. Alternativ werden andere Maßnahmen bevorzugt: Während 85 Prozent der Befragten mehr Flüssigkeit zu sich nehmen, sorgen 82 Prozent für frische Luft. Aber auch Schlafen (72 Prozent), Stressabbau und Entspannung (57 Prozent) sowie körperliche Bewegung (36 Prozent) lindern häufig die Beschwerden.

Weniger Kopfschmerztage mit Migräne-App

Bei 28,7 Prozent der Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern mit einer Kopfschmerzdiagnose wurde Migräne diagnostiziert. Die Migräne-App , welche gemeinsam von Schmerzexperten der Schmerzklinik Kiel, der TK und Selbsthilfegruppen entwickelt wurde, kann eine Hilfe für Betroffene sein. "Migräne-Patienten erhalten durch gezielte Informationen und Selbstmanagement-Tools die Möglichkeit ihre Erkrankung besser kennenzulernen und ihre Therapie aktiv zu verbessern", bestätigt Austenat-Wied. Eine Studie hat die Wirksamkeit der Anwendung bereits bestätigt. "Durch die Nutzung der Migräne-App litten die Nutzer im Schnitt rund drei Tage weniger an Kopfschmerzen. Dies entspricht einem Rückgang von 25 Prozent", so Austenat-Wied weiter.

Hinweis für die Redaktion

Im  TK-Kopfschmerzreport  sind weitere Informationen sowie Infografiken und Interviews. Die Forsa-Umfrage unter 1.001 Befragten wurde im Auftrag der TK Ende Februar und Anfang März 2020 durchgeführt.