Hamburg, 28. September 2020. Fast jedes zweite Medikament, das ein erwerbstätiger Mann in Deutschland nimmt, ist ein Herz-Kreislauf-Medikament. Darauf weist die Techniker Krankenkasse (TK) anlässlich des Weltherztags am 29. September hin. Im Jahr 2019 bekamen erwerbstätige Männer demnach durchschnittlich 121 Tagesdosen Herz-Kreislauf-Medikamente verschrieben - bei insgesamt durchschnittlich 257 Tagesdosen in dem Jahr. Damit stehen bei Männern Herz-Kreislauf-Präparate deutlich an der Spitze der Medikamente. Das zeigt der aktuelle Gesundheitsreport der TK. Erwerbstätige Frauen erhielten hingegen durchschnittlich "nur" halb so viele Herz-Kreislauf-Präparate (64 Tagesdosen). 

Verordnungsvolumen hat sich seit 2000 fast verdoppelt

Insgesamt hat sich das Verordnungsvolumen von Herz-Kreislauf-Präparaten seit dem Jahr 2000 mit Blick auf beide Geschlechter fast verdoppelt - die Anzahl der jährlichen Tagesdosen stieg von 49 im Jahr 2000 auf 95 im Jahr 2019, ein Anstieg von 94 Prozent. Auch im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ein leichter Anstieg: Im Jahr 2018 wurden im Durchschnitt noch 91 Tagesdosen verordnet.

Weltherztag: Mehr Achtsamkeit für die Herzgesundheit

"Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben vielfältige Ursachen, die teilweise auch vermeidbar sind", sagt Wiebke Arps aus dem Gesundheitsmanagement der TK. "Ein wichtiger Einflussfaktor ist der Lebensstil. Übergewicht, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung können Herz-Kreislauf-Beschwerden begünstigen. Auch ständiger Stress wirkt sich auf Dauer negativ auf die Herzgesundheit aus". 

Über die Risikofaktoren und dazu, wie man Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen kann, klären auch die World Heart Federation (WHF) und die Deutsche Herzstiftung e. V. zum Weltherztag auf. Das diesjährige Motto "Nutze dein Herz, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu besiegen" soll dazu anregen, mehr Achtsamkeit auf die Herzgesundheit zu richten und Risikokrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht zu reduzieren.  

Hinweis für die Redaktion

Für den Gesundheitsreport 2020 hat die TK die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der rund fünf Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen ausgewertet. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I.