Mainz, 25. November 2021. Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte haben den rund 3,4 Millionen gesetzlich Versicherten in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr Arzneimittel im Wert von mehr als 2,1 Milliarden Euro verschrieben. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Arzneimittel-Bruttoumsatz um 3,7 Prozent. Dies berichtet die rheinland-pfälzische Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) und beruft sich auf aktuelle Daten des GKV-Spitzenverbandes.

Im Durchschnitt bekam jeder bzw. jede gesetzlich Versicherte im Land Medikamente für knapp 624 Euro verordnet. Damit liegt Rheinland-Pfalz deutlich unter dem bundesweiten Wert von rund 683 Euro. Am teuersten verschrieben die Ärztinnen und Ärzte in Mecklenburg-Vorpommern mit 898 Euro pro Kopf, am sparsamsten in Schleswig-Holstein mit knapp 586 Euro.

Zuzahlungen steigen leicht

Die Patientinnen und Patienten in Rheinland-Pfalz haben 2020 Zuzahlungen in Höhe von rund 114 Millionen Euro für Arzneimittel geleistet, durchschnittlich etwa 33 Euro pro Person. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 0,6 Prozent. Im gesamtdeutschen Durchschnitt sind die Zuzahlungen um weniger als 0,1 Prozent gesunken und beliefen sich auf durchschnittlich rund 32 Euro je Versicherten.

Arzneimittelverschreibungen im März auf Höhepunkt 

Laut Statistik erhielten 2020 alle GKV-Versicherten in Rheinland-Pfalz rund elf Arzneimittel-Verordnungen, 1,7 Prozent weniger als 2019. Die verordneten definierten Tagesdosen stiegen pro Kopf um 2,5 Prozent auf rund 602. "Im März 2020 wurden mit Abstand die meisten Medikamente verschrieben. Vermutlich wollten viele Versicherte, die regelmäßig Medikamente benötigen, nicht nur wegen eines Rezepts in die Arztpraxis kommen und sich einem unnötigen Infektionsrisiko aussetzen", sagt Jörn Simon. Aus diesem Grund wurden im März mutmaßlich besonders viele Rezepte ausgestellt oder größere Packungen verordnet. Simon: "Solche Vorrats-Verordnungen wären allerdings vermeidbar, wenn noch mehr Patientinnen und Patienten per Videokonferenz mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt sprechen könnten und ein digitales Rezept bekämen."

Hinweis an die Redaktion

Die TK bezieht sich auf Zahlen den GKV-Spitzenverbands.
Die Anzahl der Medikamentenverordnungen entspricht im Fertigarzneimittelmarkt der Anzahl der entsprechenden Packungen.
Eine definierte Tagesdosis (DDD = "Defined Daily Dose") bezeichnet die nach pharmakologischen Kriterien festgelegte Substanzmenge, die zur Behandlung eines Patienten oder einer Patientin mit einem Präparat unter üblichen Umständen für einen Tag ausreicht.