Hannover, 13. November 2019. 45 Prozent der im Jahr 2016 geborenen und bei der Techniker Krankenkasse (TK) versicherten Kinder in Niedersachsen haben bis zum zweiten Geburtstag nicht alle empfohlenen Impfungen vollständig erhalten. 3,2 Prozent haben sogar keine von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlene Impfung bekommen. Das zeigt eine Auswertung der TK. Vollständig gegen Masern, Keuchhusten, Windpocken und Co. geimpft - also inklusive aller Teilimpfungen - sind 51,7 Prozent. Die TK-Auswertung ergab außerdem: Gegen Masern sind 10,3 Prozent der überprüften Kinder in Niedersachsen unvollständig geimpft, 6,9 Prozent gar nicht.

Impfbereitschaft vorhanden

"Es ist gut, dass sich die meisten Eltern in Niedersachsen um den Impfschutz ihrer Kinder kümmern. Für einen vollständigen Schutz sind aber alle Teilimpfungen nötig. Wir gehen davon aus, dass bei den Eltern in Niedersachsen grundsätzlich eine hohe Impfbereitschaft vorhanden ist. Zeitmangel, Unwissenheit, Vergesslichkeit oder zu wenig Aufklärung könnten Gründe sein, für die hohe Zahl der unvollständigen Impfungen", erklärt Inken Holldorf, Leiterin der TK-Landesvertretung Niedersachsen. Teilimpfungen können meist problemlos nachgeholt werden, ohne dass die Impfserie von vorn begonnen werden muss.

Schutz der Gemeinschaft gewährleisten

Beispiel Keuchhusten: 83,2 Prozent der niedersächsischen Kleinkinder sind vollständig, 12,7 Prozent nur teilweise geimpft. Nur wenn die teilweise geimpften Kleinkinder in Niedersachsen alle notwendigen vier Impfungen gegen Keuchhusten erhalten würden, läge die Impfquote zusammengerechnet bei 95,9 Prozent. Laut Weltgesundheitsorganisation müsste sie mindestens 95 Prozent betragen, damit der Schutz der Gemeinschaft gewährleistet ist: Das bedeutet, dass ausreichend Menschen geimpft sind, um auch diejenigen zu schützen, die noch nicht geimpft sind oder gar nicht geimpft werden können. 

Erinnerungen durch Krankenkassen ermöglichen

"Wenn wir aktiv und gezielt auf versäumte Impfungen aufmerksam machen dürften, könnten wir mit Sicherheit viele Versicherte erreichen, die das Thema einfach nicht im Blick hatten", so Holldorf. Doch dafür brauche es eine gesetzliche Grundlage. Aufklären kann die Krankenkasse zurzeit zum Beispiel auf der Website, im Mitgliedermagazin oder aber auch im Bereich "Impfungen" in der digitalen Gesundheitsakte TK-Safe. "Was wir bisher allerdings nicht dürfen, ist unsere Versicherten aktiv und gezielt über anstehende Impfungen zu informieren - am besten auf digitalem Wege", erklärt Holldorf.

Hinweis an die Redaktion

Die Impfquoten wurden im Rahmen des Innovationsreports 2019 erhoben. Für die Auswertung der Impfraten wurden die 2016 geborenen und durchgängig bei der TK versicherten Kinder über einen Zeitraum von zwei Jahren in Bezug auf die derzeit 13 von der STIKO empfohlenen Impfungen für diese Altersgruppe untersucht. In Niedersachsen wurden die Daten von 8.822 Kleinkindern ausgewertet.

Die Ergebnisse des Innovationsreports sind unter www.tk.de (Webcode 2071598) abrufbar.