Im insgesamt siebten Innovationsreport, den die TK zusammen mit der Universität Bremen veröffentlicht, wurden 23 Arzneimittel anhand ihres Zusatznutzens und ihrer Kosten bewertet. Das Ergebnis fällt gemischt aus: Fünf Mal vergaben die Wissenschaftler die Bestnote - in der bewährten Ampelsystematik des Reports ist das eine grüne Gesamtampel. In Bezug auf das Einzelkriterium des nachgewiesenen Zusatznutzens wurden vier grüne und acht gelbe Ampeln vergeben - insgesamt hat also mehr als die Hälfte der Arzneimittel für viele Patienten einen Zusatznutzen. 

Ergeb­nisse des Inno­va­ti­ons­re­ports 2019

Auf der anderen Seite stehen jedoch 14 rote Gesamtampeln - anteilig deutlich mehr als im vergangenen Jahr. Dabei auffällig: Von sechs Arzneimitteln zur Behandlung seltener Krankheiten bekamen fünf eine rote Gesamtampel. Die Regelung, dass diese sogenannten Orphan-Arzneimittel nicht das gesamte Verfahren der Nutzenbewertung des AMNOG durchlaufen müssen, ist vor diesem Hintergrund deutlich in Frage zu stellen. Der Report zeigt, dass die Zahl hoch spezialisierter Medikamente weiter steigt. Aber insbesondere bei diesen Präparaten ist die Datenlage bei Markteintritt häufig dünn.

Studienband Innovationsreport 2019

PDF, 6,0 MB Downloadzeit: eine Sekunde

Steigende Kosten der Präparate

Ein weiteres Ergebnis: Neue Arzneimittel sind ein klarer Kostentreiber im Markt. Wenige Medikamente treiben die Arzneimittelausgaben extrem in die Höhe. Die bewerteten Arzneimittel aus dem Jahr 2016 sorgten 2017 bei der TK für Ausgaben in Höhe von 167 Millionen Euro (+15 Prozent). Die Kosten von drei Präparaten lagen im fünfstelligen Bereich. 

Dr. Jens Baas

Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.

Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse



"Es kommen immer mehr spezialisierte Präparate zu hohen Preisen auf den Markt. Deshalb brauchen wir ein System, das den langfristigen Nutzen von Medikamenten nachweist und gleichzeitig Regeln für eine angemessene Preisgestaltung festlegt."

Sonderkapitel Impfen

Erstmals wurde in dem Report auch ein Impfstoff bewertet - vor diesem Hintergrund haben die Autoren dem Thema Impfen das Sonderkapitel gewidmet. Die TK hat sich in diesem Zusammenhang die Impfquoten von 2016 geborenen Kindern bis zum zweiten Lebensjahr angeschaut. Bis zur Vollendung des zweiten Lebensjahrs empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) 13 Impfungen. Die Daten zeigen deutlich: Es gibt Verbesserungsbedarf.

Unvollständige Impfungen bei Kleinkindern

Rund die Hälfte der Kinder hat bis zum zweiten Geburtstag nicht alle empfohlenen Impfungen vollständig erhalten. Ihnen fehlen Teilimpfungen. Damit sind sie nicht sicher geschützt. Vollständig gegen Masern, Keuchhusten, Windpocken und Co. geimpft sind knapp 47 Prozent. 3,6 Prozent der Kleinkinder haben gar keine von der STIKO empfohlene Impfung bekommen. Gegen Masern sind elf Prozent der überprüften Kinderkohorte unvollständig geimpft, sieben Prozent gar nicht. Teilimpfungen können jedoch meist problemlos nachgeholt werden, ohne dass die Impfserie von vorn begonnen werden muss.

Digitale Pressemappe