32 neue Wirkstoffe wurden im neuen Report untersucht und anhand von Patientennutzen sowie Therapiekosten bewertet. Das Ergebnis: Es gibt zwar einige Innovationen unter den neuen Medikamenten, allerdings bewegen sich die Kosten weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Zudem findet Forschung und Entwicklung überwiegend in Bereichen statt, in denen es bereits gute Wirkstoffe gibt. In einem Sonderkapitel wurde untersucht, wie es um die Behandlung der Menschen mit Alzheimer-Demenz steht.

Repor­tage zur Pres­se­kon­fe­renz Inno­va­ti­ons­re­port 2018

Erstmals erhielten im diesjährigen Report sieben Arzneimittel eine grüne Gesamtampel, nachdem im vergangenen Jahr kein einziges Medikament diese Bewertung bekam. 15 Medikamente wurden mit einer gelben Gesamtampel bewertet, während weitere zehn Wirkstoffe mit einer roten Gesamtampel bewertet wurden.

Einen echten Zusatznutzen gegenüber bisherigen Wirkstoffen bieten insbesondere die neuen Präparate im Bereich der Krebstherapie. So gibt es beispielsweise bei der Behandlung der lymphatischen Leukämie und des multiplen Myeloms bedeutende Innovationen, aber auch im Bereich der Mukoviszidose.

Innovationsreport 2018

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Kosten weiterhin sehr hoch

Lediglich zwei der untersuchten Arzneimittel sind günstiger als die zweckmäßige Vergleichstherapie. Im Vergleich zum Vorjahresreport sind die durchschnittlichen Kosten der neuen Medikamente insgesamt zwar etwas geringer, dennoch steigen die Gesamtausgaben für Arzneimittel im Jahr 2018 um fünf bis sechs Prozent. Dafür sind insbesondere die enorm teuren Kombinationstherapien gegen Krebs verantwortlich.

Demenz: Keine Fortschritte in der Forschung

Die Autoren kommen in dem Sonderkapitel zur Alzheimer-Demenz zu dem Ergebnis, dass in den kommenden Jahren keine Durchbrüche in der Arzneimitteltherapie zu erwarten sind. Auch in den vergangenen Jahren sind keine neuen Wirkstoffe zugelassen worden und die meisten Pharmaunternehmen haben ihre Forschung dazu vollständig eingestellt. Die derzeit verfügbaren Medikamente gegen Alzheimer-Demenz verlangsamen nur das Fortschreiten der Erkrankung, können sie also weder aufhalten noch heilen.

Menschen mit Demenz werden fehl- und unterversorgt

Beim Blick auf die Verordnungsdaten der TK zeigt sich, dass Menschen mit Demenz häufig nur Beruhigungsmittel erhalten und seltener mit Antidementiva behandelt werden. Auch wenn die momentan verfügbaren Medikamente gegen die Alzheimer-Demenz das Fortschreiten der Krankheit nur verlangsamen, sollten die Betroffenen damit versorgt werden.

Insgesamt bekommen nur 14 Prozent der TK-Versicherten mit Demenz ausschließlich ein Antidementivum. Neun Prozent werden sowohl mit einem Antidementivum als auch einem Beruhigungsmittel behandelt. Rund ein Viertel erhält dagegen ausschließlich ein Antipsychotikum. Die Hälfte der Patienten bleibt unbehandelt.

Umfrage: Große Angst vor Demenz

Im TK-Meinungspuls aus dem September 2018 wurden die Menschen in Deutschland bevölkerungsrepräsentativ zum Thema Pflege und Demenz befragt. Dabei zeigte sich, dass die Angst vor Demenz groß ist: Wer persönlichen Kontakt zu Demenzbetroffenen hat, hat auch häufiger Angst, selbst zu erkranken.

Unter Befragten mit Kontakt zu Menschen mit Demenz äußerten 58 Prozent große Sorge, selbst zu erkranken. Bei denjenigen ohne Kontakt zu Personen mit Demenz teilt diese Sorge nur eine Minderheit von 46 Prozent. Immerhin 79 Prozent können sich vorstellen, einen Angehörigen mit Demenz zu pflegen. Weitere Informationen und Infografiken zum Meinungspuls Pflege stehen auf der Themenseite zur Verfügung. 

Ansprechpartner Presse

Dennis Chytrek
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Dennis Chytrek Pressereferent und stellvertretender Pressesprecher