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Arzneimittelherstellern gelingt es immer wieder, echte Innovationen zu entwickeln, die neue Therapiechancen ermöglichen. Immer mehr Patientinnen und Patienten profitieren so vom medizinischen Fortschritt. Aber: Die Unternehmen verlangen Höchstpreise für solche Innovationen - Stichwort "Zwei-Millionen-Spritze". 

1,9 Millionen Euro 

kostet eine Spritze mit einem neuen Medikament zur Behandlung der Spinalen Muskelatrophie (SMA). Die "Zwei-Millionen-Dollar-Spritze" machte Schlagzeilen als bis dahin teuerstes Medikament der Welt. 

Eine solche Preispolitik stellt das Gesundheitswesen vor enorme finanzielle Herausforderungen - vor allem dann, wenn gleich mehrere dieser Medikamente auf den Markt gelangen. Diese sind dann durch die Krankenkassen erstattungsfähig - eine objektiv nachvollziehbare Preisgrenze gibt es jedoch nicht, auch über die Wirksamkeit ist zu diesem Zeitpunkt in der Regel noch wenig bekannt. Das wird zur Herausforderung für das Solidarsystem. Vor diesem Hintergrund muss das AMNOG (Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz) weiterentwickelt werden. 

Preis/­Pa­ckung der neuen Arznei­mittel 2012-2017

TK-Infografik zum Preis neuer Arzneimittel der Jahre 2012-2017. Repräsentative Umfrage der TK zum Innovationsreport 2020. Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Aufwärtstrend: Neue Arzneimittel wurden zuletzt im Schnitt deutlich teurer. Das zeigt der Innovationsreport 2020 der TK und der Universität Bremen.

Vorschlag: kriterienbasierte Preisfindung für mehr Fairness

Die TK hat dazu mit dem Modell des dynamischen Evidenzpreises bereits einen Vorschlag gemacht - mit dem Ziel, vor allem die Preise für Hoch- und Höchstpreisarzneimittel vor dem Hintergrund der jeweils aktuellen Evidenzlage angemessen zu gestalten. 

Aus TK-Sicht muss die Preisfindung auf der Grundlage objektivierbarer Kriterien weiterentwickelt werden. Die frühe Markteinführung soll durch fair pricing mit objektiven, transparenten Kriterien gekennzeichnet sein. Anschließend sollte eine "Verflüssigung" des Preises zwischen einem fairen Einführungspreis und einem späteren Generika-Preisniveau stattfinden. Mögliche Kriterien sind etwa der medizinische Bedarf (medical need), aber auch Evidenz und Versorgungssicherheit. 

Auch in Sachen Evidenzgenerierung muss das AMNOG aus TK-Sicht im Sinne der Patientinnen und Patienten weiterentwickelt werden - in Richtung einer strukturierten, pharmaunabhängigen Datenerhebung.

TK-Position zu Versorgungsinnovationen

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In unserer Mediathek finden Sie Infografiken rund um das Thema Gesundheitssystem:

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