Bremen, 6. Mai 2022. Im Land Bremen verhüten immer weniger junge Frauen mit der Antibabypille. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach bekam im Jahr 2020 gut ein Viertel (28 Prozent) der weiblichen 14- bis 19-jährigen TK-Versicherten in der Hansestadt die Antibabypille verordnet. Fünf Jahre zuvor lag dieser Wert noch bei 39 Prozent.

Besonders deutlich ist der Rückgang in der Altersgruppe, die am häufigsten mit der Pille verhütet: Weniger als die Hälfte der 19-jährigen Bremerinnen (43 Prozent) bekamen 2020 ein Pillenrezept. Im Jahr 2015 waren es noch mehr als zwei Drittel (67 Prozent) der 19-Jährigen.

Gut über Nebenwirkungen informieren

"Weshalb die Verordnungen seit einigen Jahren kontinuierlich zurückgehen, können wir nur mutmaßen. Eine Erklärung könnte sein, dass hormonelle Verhütung unter den jungen Menschen stärker thematisiert wird. Wichtig ist, dass die Anwenderinnen gemeinsam mit ihrer Gynäkologin oder ihrem Gynäkologen offene Fragen und Risiken besprechen", sagt Sabrina Jacob, Leiterin der TK-Landesvertretung in Bremen. 

Der Rückgang der Verordnungen kann auch mit der Berichterstattung zu Pillen der sogenannten neueren Generation (3. und 4. Generation) zusammenhängen. Als dritte und vierte Generation bezeichnet man die Antibabypillen, die neu entwickelte Gestagene, also Hormone, enthalten. Bei diesen kann das Thromboserisiko deutlich höher oder ungeklärt sein, je nachdem welches Gestagen sie enthalten. Präparate der ersten und zweiten Generation enthalten das Gestagen Levonorgestrel.

Die Auswertung zeigt, dass die Anteile der Verschreibungen für Antibabypillen der neueren Generationen etwas zurückgegangen sind. 2020 nahmen knapp 43 Prozent der TK-versicherten Pillenanwenderinnen im Land Bremen eine Pille dieser Generationen.

Hinweis für die Redaktion

Ausgewertet wurden Routinedaten von TK-Versicherten bis 19 Jahren bzw. ab 2019 bis 21 Jahren, weil seit Frühjahr 2019 die gesetzlichen Krankenkassen bis zum vollendeten 22. Lebensjahr die Kosten für rezeptpflichtige Verhütungsmittel wie die Antibabypille übernehmen.