Hamburg, 1. Oktober 2019. Nur sechs von zehn Norddeutschen* sind nach eigenen Angaben vollständig geimpft. Das zeigt eine Forsa-Umfrage zum Impfschutz, die von der Techniker Krankenkasse (TK) in Auftrag gegeben wurde. Jeder vierte Norddeutsche gab an, nicht alle empfohlenen Impfungen zu haben.  

Eine aktuelle Auswertung der TK zeigt darüber hinaus, dass nur rund die Hälfte der im Jahr 2016 geborenen Kinder in Hamburg bis zum zweiten Geburtstag alle empfohlenen Impfungen vollständig erhalten haben. Vollständig gegen Masern, Keuchhusten, Windpocken und Co. - also inklusive aller Teilimpfungen geimpft - sind knapp 46 Prozent. Drei Prozent der Kleinkinder verfügen über gar keine von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlene Impfung.

Impfentscheidung: Gute Informationen sind wichtig

Ein Großteil der befragten Norddeutschen (82 Prozent) fühlt sich gut informiert, wenn es ums Impfen geht. Doch die Umfrage zeigt: Es gibt noch Handlungsbedarf. So gab etwa jeder Dritte, der sich nur unzureichend über Impfungen informiert fühlte, an, empfohlene Impfungen in den vergangenen zehn Jahren ausgelassen zu haben. "Die Ergebnisse der Umfrage sowie unserer Auswertung zeigen uns, dass wir weiter daran arbeiten müssen, über das Thema Impfen zu informieren", ordnet Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg, die Ergebnisse ein. 

"Wenn Kinder nicht alle notwendigen Teilimpfungen erhalten, sind sie nicht sicher immunisiert. Entscheidend ist, dass die Kinder schnell alle Impfungen erhalten, um geschützt zu sein. Teilimpfungen können meist problemlos nachgeholt werden, ohne dass die Impfserie neu begonnen werden muss. Das ist für die Eltern wichtig zu wissen", so Puttfarcken. Und weiter: "Wir müssen aufklären, damit Kinder wie Erwachsene vollständig geimpft sind. Denn hierbei geht es auch um die Gesundheit der Gemeinschaft."

Erinnerungen durch Krankenkassen ermöglichen

Die TK fordert, dass die Krankenkassen aktiv und gezielt auf vergessene Impfungen hinweisen dürfen - am besten digital. "Unsicherheit ist beim Thema Impfen ein entscheidender Faktor. Im Internet stößt man häufig auf Informationen, die teilweise schlichtweg falsch sind. Daher liegt es auch an uns, den Krankenkassen, einen Beitrag zur Aufklärung zu leisten", so die Landeschefin.

TK stellt Innovationsreport 2019 vor

Die Impfquoten wurden im Zuge des Innovationsreports ermittelt, den die TK heute in Berlin vorgestellt hat. Erstmals wurde in dem Report auch ein neuer Impfstoff bewertet - vor diesem Hintergrund haben die Autoren dem aktuell viel diskutierten Thema Impfen das Sonderkapitel gewidmet. Wissenschaftler der Universität Bremen haben im Report 23 neu auf den Markt gekommene Arzneimittel des Jahres 2016 nach einem Ampelschema bewertet. 14 Präparate bekamen eine rote Gesamtampel. Mit einem Anteil von mehr als 60 Prozent ist dies eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Der Innovationsreport 2018 stellte lediglich für 31 Prozent der Präparate eine rote Gesamtampel aus. 

Positiv dagegen ist, dass fünf Wirkstoffe mit einer grünen Gesamtampel bewertet wurden, zum Beispiel der HPV-Impfstoff. Für das Einzelkriterium des nachgewiesenen Nutzens bekamen vier Medikamente eine grüne und acht eine gelbe Ampel. Mehr als die Hälfte der untersuchten Präparate haben damit für viele Patienten einen Zusatznutzen. 

*Die Zahlen beziehen sich auf die Bundesländer Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. 

Hinweis für die Redaktionen

Die digitale Pressemappe mit dem vollständigen Innovationsreport 2019 , der Präsentation, den Statements und Infografiken finden Sie unter www.presse.tk.de (Suchnummer 2071598). Dort finden sich auch Ergebnisse der neuen Forsa-Umfrage zum Thema Impfen.