Erfurt, 26. November 2019. In Thüringen verstärkt sich ein positiver Trend: Es werden immer weniger Antibiotika bei Erkältungen verschrieben. 20,5 Prozent der Arbeitnehmer aus dem Freistaat, die 2018 erkältungsbedingt krankgeschrieben waren, erhielten ein Rezept für ein Antibiotikum. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Zum Vergleich: 2014 erhielten noch 33,2 Prozent der Thüringer bei einer Krankschreibung aufgrund von Erkältung eine entsprechende Verordnung, im Jahr 2017 waren es bereits "nur" noch 24 Prozent. 

Gegen Viren wirkungslos

Antibiotika helfen gegen Bakterien; sind allerdings Viren der Grund für Husten, Schnupfen und Heiserkeit, dann sind sie die falsche Wahl. Gegen diese Erreger können Antibiotika nichts ausrichten. "Die Anwendung bei Virus-Erkrankungen trägt dazu bei, dass bakterielle Erreger gegen Antibiotika resistent werden und auf eine Behandlung nicht mehr ansprechen. Daher ist ein sorgsamer Einsatz dieser Arzneimittel besonders wichtig", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen. "Die gesunkenen Verordnungszahlen zeigen, dass wir hier auf einem guten Weg sind", so Dressel weiter. 

Thüringen unter dem Bundesdurchschnitt

Deutschlandweit wurde bei 22 Prozent der erkältungsbedingten Arbeitsunfähigkeiten ein Antibiotikum verschrieben. Die wenigsten  Verordnungen gab es in Berlin (17,7 Prozent), die meisten  im Saarland (30 Prozent).  

Erkältungskrankheiten verbreitet

Statistisch betrachtet ist die durchschnittliche Erwerbsperson in Thüringen 1,5 Mal im Jahr krankgeschrieben und fehlt insgesamt 18,2 Tage. Häufigste Ursache sind Atemwegserkrankungen, gefolgt von Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen sowie psychischen Erkrankungen.

Hinweis an die Redaktion

Für den Gesundheitsreport 2019 hat die TK die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen ihrer rund fünf Millionen versicherten Erwerbspersonen ausgewertet, davon etwa 56.000 aus Thüringen. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Der Gesundheitsreport 2019 sowie eine Kurzübersicht der wichtigsten Daten für Thüringen sind online verfügbar.