Berlin, 18. Oktober 2019. Gut jeder sechste Berliner (17,7 Prozent), der wegen einer Erkältung krankgeschrieben war, bekam 2018 von seinem Arzt Antibiotika verordnet. Vier Jahre zuvor war es noch jeder vierte (25,5 Prozent). Das zeigt der aktuelle Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK). Berliner Ärzte verschreiben seit Jahren immer seltener Antibiotika bei Erkältungskrankheiten. 

Wichtig ist die Unterscheidung der Krankheitsdauer: Je länger sie anhält, desto häufiger werden Antibiotika verordnet. Bei einer Arbeitsunfähigkeitsdauer von bis zu drei Tagen erhielten zwölf Prozent der Patienten ein Rezept. Dauerte die Krankschreibung länger als zwei Wochen, waren es 34 Prozent.

Antibiotika nicht immer erste Wahl

Die meisten Erkältungsinfekte werden durch Viren ausgelöst, Antibiotika wirken aber nur bei Bakterien. "Durch übermäßigen Einsatz der Medikamente können sich vermehrt multiresistente Erreger bilden. Deswegen sind der sensible Umgang und die sorgsam geprüfte Antibiotika-Verordnung so wichtig. So oft wie nötig, so wenig wie möglich", sagt Susanne Hertzer, TK-Chefin in Berlin. 

Brandenburg: mehr Antibiotika-Verordnungen als in Berlin

Die Quote der Antibiotika-Verordnungen lag im benachbarten Bundesland Brandenburg etwas höher als in Berlin, der Abstand wird aber immer geringer. Vier Jahre vorher hat noch fast jeder dritte Brandenburger bei Erkältungen Antibiotika verordnet bekommen, aktuell ist es nur noch jeder fünfte. 

Hinweis an die Redaktion

Für den Gesundheitsreport 2019 hat die TK die Arzneimittelverordnungen des Jahres 2018 der 5,16 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen ausgewertet. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I.