Dresden, 4. Juni 2021. Im vergangenen Jahr hat nur noch jede bzw. jeder achte Beschäftigte in Sachsen (12 Prozent), der erkältungsbedingt krankgeschrieben war, ein Antibiotikum verordnet bekommen. Das geht aus Vorab-Daten des aktuellen Gesundheitsreports der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. 2014 wurde noch jeder bzw. jedem dritten Erkrankten in Sachsen (31,6 Prozent), die oder der wegen einer Erkältung arbeitsunfähig war, ein Antibiotikum verordnet. 

Antibiotika-Verschreibungen überall rückläufig

Auch bundesweit ist ein Rückgang der Verordnungen von 2019 mit 20,7 Prozent auf 14,3 Prozent im Jahr 2020 zu verzeichnen. Sachsen hatte im letzten Jahr zusammen mit Bremen und Berlin die wenigsten Antibiotika-Verschreibungen bei Erkältungen, den höchsten Wert gab es im Saarland mit 20,3 Prozent. 

Antibiotika wirken nur bei bakteriellen Infektionen

"Die Zahlen zeigen, dass Antibiotika immer bewusster eingesetzt werden. Bei Erkältungsinfekten sollte eine Gabe kritisch abgewogen werden, denn Antibiotika wirken nur gegen Bakterien", so Katrin Lindner, Sprecherin der TK in Sachsen. 90 Prozent der Erkältungen mit Symptomen wie Schnupfen, Husten und Halsschmerzen werden durch Viren hervorgerufen, bei denen Antibiotika nicht helfen. Eine unbegründete Verordnung eines Antibiotikums erhöht das Risiko für Resistenzbildungen. Es können sich multiresistente Erreger (MRE) bilden, gegen die Antibiotika nicht mehr wirken. 

Hinweis für die Redaktion

Die genannten Daten stammen aus dem Gesundheitsreport 2021 der TK, der am 23. Juni veröffentlicht wird. Für den Gesundheitsreport wurden unter anderem die Arzneimittelverordnungen der mehr als fünf Millionen TK-versicherten Erwerbspersonen ausgewertet. Dazu zählen neben den Erwerbstätigen auch die Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Auf dem Blog "Wir Techniker" gibt es ein Interview zu Antibiotika bei Erkältungen.