Erfurt, 6. August 2021. Immer weniger Thüringerinnen und Thüringer, die wegen einer Erkältung krankgeschrieben sind, bekommen ein Antibiotikum verordnet. Im vergangenen Jahr waren es noch 13,3 Prozent. Im Jahr 2014 verschrieben Ärztinnen und Ärzte noch knapp einem Drittel der Versicherten mit Erkältungsdiagnose (33,2 Prozent) ein Antibiotikum. Das zeigt eine Auswertung der Arzneimittelverordnungen der bei der Techniker Krankenkasse (TK) versicherten Erwerbspersonen.

Besonders deutlich war der Rückgang im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2019, von 20,1 Prozent auf 13,3 Prozent. 

"Sicherlich ist dieser deutliche Sprung von 2019 zu 2020 auch damit zu erklären, dass besonders zu Beginn der Coronapandemie viele Menschen von der Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung Gebrauch gemacht haben. Dadurch wurden weniger Medikamente verordnet", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen.

Antibiotika gegen Viren machtlos

"Gleichzeitig ist es gerade jetzt, wo die eine oder andere Erkältung nachgeholt wird, die wegen der Kontaktvermeidung und vielen geschlossenen Einrichtungen sowie der Einhaltung der Hygieneregeln im vergangenen Winter ausgeblieben ist, wichtig zu betonen: Antibiotika wirken nicht gegen virale Infektionen, zu denen die meisten Erkältungskrankheiten zählen. Im Kampf gegen Bakterien können Antibiotika ein wirksames Mittel sein. Weniger unnötig eingesetzte Antibiotika sind ein positives Zeichen im Kampf gegen multiresistente Krankheitserreger."

Hinweis für die Redaktion

Die Daten stammen aus dem TK-Gesundheitsreport 2021 . Für den Report wurden unter anderem die Arzneimittelverordnungen ausgewertet. Grundlage waren die 5,4 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen im Alter zwischen 15 und 65 Jahren. Davon stammen rund 54.000 aus Thüringen. Zu den Erwerbspersonen zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie Empfängerinnen und Empfänger des Arbeitslosengeldes I.