Düsseldorf, 10. Oktober 2019. Nordrhein-westfälische Ärzte verordneten in den letzten fünf Jahren kontinuierlich weniger Antibiotika bei Erkältungen. Im letzten Jahr haben durchschnittlich 25,7 Prozent der Beschäftigten, die aufgrund einer Erkältung krankgeschrieben waren, eine Antibiotika-Verordnung erhalten. Die Verschreibungsquote ist damit seit 2014 von damals 37,8 Prozent um ein Drittel gesunken. Das geht aus aktuellen Daten des Gesundheitsreports der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. 

Antibiotika bei Erkältungen nicht immer sinnvoll

Antibiotika wirken gegen Bakterien. Bei Viren, die häufig auch Auslöser für eine Erkältung sind, helfen sie nicht. Barbara Steffens, TK-Chefin in Nordrhein-Westfalen (NRW): "Die Zahlen zeigen einen erfreulichen Trend. Das bestätigt, dass die Thematik sensibler gehandhabt wird. Das Ziel muss es sein, Antibiotika nur noch zu verschreiben, wenn es wirklich sinnvoll ist." Ein hoher Einsatz der Medikamente begünstigt die Entwicklung multiresistenter Erreger (MRE). Die Resistenzen verbreiten sich weltweit und stellen ein Gesundheitsrisiko dar.

NRW über Bundesdurchschnitt

Auch bundesweit stellten Ärzte erkältungsbedingt im Schnitt weniger Verordnungen aus - der Anteil der Antibiotika-Rezepte liegt 2018 bei 22 Prozent. Den höchsten prozentualen Anteil an Verordnungen gab es mit 30 Prozent im Saarland - den niedrigsten mit 17,7 Prozent in Berlin.

Hinweis an die Redaktion

Für den Gesundheitsreport 2019 hat die TK unter anderem die Arzneimittelverordnungen der rund 1.249.000 bei der Kasse versicherten nordrhein-westfälischen Erwerbspersonen ausgewertet. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld.