Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz je Versicherten um 4,6 Prozent. Damit lag die Quote deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 3,5 Prozent. Im Ländervergleich wies Sachsen-Anhalt damit zusammen mit Bayern die höchste Steigerungsrate aller Bundesländer auf.

Insgesamt betrug das Verordnungsvolumen in Sachsen-Anhalt im Jahr 2017 rund 1,6 Milliarden Euro. Das waren rund 68 Millionen mehr als im Jahr zuvor und sogar 299 Millionen mehr als noch vor fünf Jahren. Rein rechnerisch kamen zwischen Harz und Havel auf jeden Versicherten Medikamente im Wert von 748 Euro. Die Pro-Kopf-Verordnungen lagen somit um 127 Euro über dem Bundesdurchschnitt. Damit nahm Sachsen-Anhalt im Ländervergleich erneut einen der vorderen Plätze ein. Seit der Jahrtausendwende haben sich die Arzneimittel-Ausgaben je Versicherten bundesweit etwas mehr als verdoppelt. In Sachsen-Anhalt lag die Quote mit einem Plus von rund 121 Prozent sogar noch höher.

Große regionale Unterschiede

Die regionalen Unterschiede waren auch im Jahr 2017 erheblich. Am teuersten verordneten mit 801 Euro pro Versicherten die Mediziner in Mecklenburg-Vorpommern, gefolgt von Hamburg und dem Saarland mit 776 beziehungsweise 750 Euro je Versicherten. Am anderen Ende der Skala lag mit 530 Euro pro Kopf Schleswig-Holstein.

Arznei­ver­ord­nung: Regio­nale Unter­schiede

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Die meisten Arzneimittel werden in Sachsen-Anhalt verschrieben, so der TK-Gesundheitsreport 2018. Es folgen Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland. In Baden-Württemberg und Bayern werden die wenigsten Medikamente verordnet.

Insgesamt leisteten die Sachsen-Anhalter im Jahr 2017 Zuzahlungen in Höhe von 77,6 Millionen Euro. Pro Kopf entsprach das rund 37 Euro, fünf Euro mehr als der Bundesdurchschnitt.

Auswertungen von TK-Daten zeigen, dass insbesondere ältere Menschen häufig verschiedene Arzneimittel gleichzeitig verordnet bekommen. Im Bundesdurchschnitt nehmen 41 Prozent der TK-Versicherten, die älter als 60 Jahre sind, regelmäßig fünf oder mehr verordnete Medikamente ein. In Sachsen-Anhalt liegt die Quote mit fast 43 Prozent sogar noch höher. "Senioren sind besonders anfällig für Wechselwirkungen von Arzneien. Den Patienten und ihren Ärzten fehlt jedoch oft der Überblick über die eingenommenen Medikamente. Wir wollen hier für mehr Patientensicherheit sorgen", sagt Tim Steimle, Leiter des Fachbereichs Arzneimittel der TK.

Wechselwirkungen vermeiden

Eine wichtige Hilfe dabei ist die TK-Versicherteninformation Arzneimittel TK-ViA. Sie zeigt, welche Arzneimittel in den vergangenen Jahren verordnet wurden. Da neben den Wechselwirkungen auch die Nebenwirkungen bestimmter Medikamente für Ältere gefährlich werden können, haben Wissenschaftler die Priscus-Liste entwickelt. Diese enthält insgesamt 83 für Senioren wegen ihrer Nebenwirkungen potenziell ungeeignete Medikamente. In der TK-ViA werden über 65-Jährige deshalb auch darauf hingewiesen, wenn sie ein Medikament von der Priscus-Liste verordnet bekommen haben.

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