Diese Daten sind zwar keine Daten, die ausdrücklich für wissenschaftliche Zwecke gesammelt werden. Dennoch können sie - klug ausgewertet und verknüpft - die tatsächliche Versorgung der Versicherten seriös darstellen und Verbesserungspotential aufzeigen. Um Routinedaten noch besser nutzen zu können, sind längere gesetzliche Aufbewahrungsfristen notwendig.

Die Auswertung von Routinedaten ist ein wichtiger Baustein für Monitoring und Weiterentwicklung von Versorgungsangeboten in der GKV. Besonders durch die intelligente Verknüpfung von Daten aus verschiedenen Quellen bieten sich vielfältige Möglichkeiten in der Versorgungsforschung, die direkt für eine Verbesserung der Versorgung genutzt werden können. Dass Routinedatenauswertungen eine hohe Relevanz für das Versorgungsgeschehen haben, zeigt sich unter anderem darin, dass im Innovationsfonds der Förderschwerpunkt "Einsatz und Verknüpfung von Routinedaten zur Verbesserung der Versorgung" ausgerufen wurde. Dennoch gibt es eine Reihe von Faktoren, welche die Verfügbarkeit und Auswertungen von Routinedaten erschweren beziehungsweise die Aussagekraft von Ergebnissen limitieren. Die TK will die Versorgung ihrer Versicherten kontinuierlich auf Basis von Routinedatenauswertungen überprüfen und verbessern.

Dafür brauchen die Krankenkassen die Möglichkeit, sektorenübergreifend Behandlungssequenzen und Behandlungspfade zu analysieren. Hierfür ist es notwendig die Möglichkeiten der Auswertungen zu verbessern, indem

  • die gesetzlichen Aufbewahrungsfristen für Abrechnungsdaten aufgehoben (über alle Sektoren hinweg) und
  • alle Diagnoseangaben (ebenfalls sektorenunabhängig) tagesgenau dokumentiert werden.

Darüber hinaus sollten die rechtlichen Rahmenbedingungen so angepasst werden, dass Erkenntnisse aus der Versorgungsforschung bezüglich Krankheiten und Risiken den betroffenen Versicherten unmittelbar zur Verfügung gestellt und von diesen genutzt werden können.

TK-Position: Datenverfügbarkeit zur Verbesserung der Versorgung

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Daten für eine bessere Versorgung

Der Entwurf für das Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDSG) will Versicherten die Möglichkeit eröffnen, Daten ihrer elektronischen Patientenakte freiwillig der medizinischen Forschung zur Verfügung zu stellen. Die TK fordert, dass auch Krankenkassen diese freiwilligen Daten nutzen dürfen, um für ihre Versicherten passgenaue Versorgungslösungen entwickeln und anbieten zu können.

Vorfahrt für die Forschung

Darüber hinaus regt die TK an, das Diagnosedatum in der vertragsärztlichen Versorgung tagesgenau abzubilden - was im stationären Bereich längst Alltag ist. Das tagesgenaue Abbilden von Diagnosen ist nötig, damit Krankenkassen die Versorgung ihrer Versicherten kontinuierlich auf Basis von Routinedatenauswertungen überprüfen und verbessern sowie sektorenübergreifende Behandlungssequenzen und Behandlungspfade analysieren können. Voraussetzung dafür ist, den Quartalsbezug der Honorarabrechnungen zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen und niedergelassenen Ärzten aufzuheben. 

Prof. Dr. Möws bloggt auf #WirTechniker zur Verabschiedung des Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) durch den Bundestag. 

TK setzt sich für Aufhebung des Quartalsbezugs ein

Eine Aufhebung des Quartalsbezugs hätte zukünftig auch den Vorteil, dass die Gesundheitsdaten der Versicherten in der elektronischen Patientenakte orts- und zeitunabhängig verfügbar sind und Auskunft über den aktuellen Gesundheitszustand des Versicherten geben können. Die ambulanten Abrechnungsdaten enthalten unter anderem Diagnosen, verordnete Medikamente und durchgeführte Behandlungen. Derzeit erhalten Krankenkassen diese Daten in der Regel quartalsbezogen mit einem Verzug von circa sieben bis neun Monaten und können sie daher auch erst stark zeitverzögert den Versicherten zur Verfügung stellen. Die TK strebt an, den Versicherten ihre Daten möglichst ohne Verzögerung zur Verfügung stellen zu können. Dass dies auch im ambulanten Bereich umsetzbar ist, zeigt sich darin, dass schon heute auf den Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen die Diagnosen auf den Tag genau dokumentiert werden.

Digitalisierung leben und voranbringen

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Schneller, effizienter und transparenter - die Chancen der Digitalisierung sind vielfältig und ständig im Wandel. Wie sie für das Gesundheitswesen konkret genutzt und ausgestaltet werden können, zeigen die Vorschläge der TK .