Hamburg, 26. Juni 2020. Zum Start der deutschen EU-Ratspräsidentschaft am 1. Juli blicken 59 Experten aus dem Gesundheitswesen auf die Digitalisierung in Europa. Wo stehen wir und was muss sich ändern?

Das Corona-Virus stellt das Gesundheitswesen in Europa vor die größte Herausforderung seit Jahrzehnten. Die Pandemie hat weltweit für akute Versorgungsengpässe gesorgt und die Schwächen der Gesundheitssysteme offen gelegt. Die Überwindung der Krise wird auch das Schwerpunktthema der deutschen EU-Ratspräsidentschaft sein. "Gemeinsam Europa wieder stark machen", lautet das Motto, das Angela Merkel im Programm der Bundesregierung für den sechsmonatigen Vorsitz ausgegeben hat.

Europa darf den Anschluss an die Digitalisierung nicht verlieren

Der Digitalisierung kommt bei dieser großen, gemeinsamen Aufgabe aller europäischen Länder eine besondere Bedeutung zu. Damit die wirtschaftliche Erholung gelingt, darf Europa den Anschluss an chinesische und amerikanische Tech-Konzerne nicht verlieren und muss in Schlüsseltechnologien wie der Künstlichen Intelligenz aufholen. Auch der Fortschritt in der Medizin wird immer mehr von der Nutzung von Daten bestimmt. Sowohl bei der Bewältigung als auch bei der Prävention von Krankheiten spielt die Analyse großer Datenmengen eine immer wichtigere Rolle.

Im Spannungsfeld zwischen Chancen und Datenschutz

Das stellt uns vor grundsätzliche Fragen: Wie können wir Daten für unsere Gesundheit nutzen und gleichzeitig den Datenschutz jedes Einzelnen gewährleisten? Brauchen wir einen gemeinsamen europäischen Datenraum? Wie muss ein Code of Conduct in Europa für den Umgang mit Daten gestaltet sein? Deshalb gilt es jetzt zu diskutieren, welche Leitplanken und Maßnahmen es braucht, um Europa die Basis für eine digitale Zukunft zu bereiten. 59 Experten blicken im neuen Buch "Digitale Gesundheit in Europa - menschlich, vernetzt, nachhaltig" auf die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für die europäischen Gesundheitssysteme. Herausgegeben wird das Buch von Dr. Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands der Techniker Krankenkasse (TK). "Wenn wir in Europa Vorreiter in der Digitalisierung sein wollen, müssen wir uns der Wertediskussion beim Umgang mit Daten stellen", sagt Baas. "Ich glaube, dass für Europa weder der bedingungslos marktorientierte Weg der USA, noch der Staats-Kapitalismus Chinas ein Vorbild sein darf. Wir müssen einen eigenen Weg finden, der den europäischen Werten folgt." Das Buch zeigt anhand von Praxisbeispielen aus unterschiedlichen Ländern die Koordinaten auf für ein innovatives, freiheitliches und soziales Datenmodell.

Hinweis für die Redaktion

Wenn Sie Interesse an weiteren Informationen oder einem Interview mit dem Herausgeber oder den Autoren haben, wenden Sie sich gerne an die Pressestelle der TK unter pressestelle@tk.de.

Informationen zum Buch

Digitale Gesundheit in Europa - menschlich, vernetzt, nachhaltig | Herausgeber: Dr. Jens Baas, mit einem Geleitwort von Jens Spahn | Verlag: Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft

Blogbeitrag: Digitalisierung: "Wir unterschätzen die vielen Gestaltungschancen"