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Spätestens die Pandemie hat gezeigt, dass in Sachen intelligenter Nutzung vorhandener Daten im deutschen Gesundheitssystem noch Luft nach oben ist. Historisch gewachsene Prozesse und Regelungen verhindern teilweise, dass Patientinnen und Patienten von ohnehin vorliegenden Daten profitieren - etwa für eine bessere Versorgung aber auch im Bereich Prävention. Hier gibt es aus TK-Sicht politischen Handlungsbedarf.

Der teilweise historisch begründete Status Quo nimmt Versicherten konkrete Chancen. So können Daten dazu beitragen, beispielsweise Versorgungs- oder Präventionsangebote gezielt weiterzuentwickeln. Aus TK-Sicht dürfen in einem zeitgemäßen Gesundheitssystem diese Chancen nicht vergeben werden. Es braucht Rahmenbedingungen, die einen verantwortungsvollen und gleichzeitig nutzenstiftenden Umgang mit Daten ermöglichen. Aus TK-Sicht gehören dazu:

Tagesaktuelle ambulante Daten 

Im ambulanten Bereich wird noch immer quartalsweise abgerechnet. Die Abrechnungsdaten der niedergelassenen Ärzte und Ärztinnen und Praxen liegen erst mit vielen Monaten Verzug bei den Krankenkassen vor - während Daten aus Kliniken tagesaktuell einlaufen. Welche Nachteile das mit sich bringt, zeigte etwa die Verteilung von FFP2-Masken-Gutscheinen auf Basis dieser Daten, bei der viele anspruchsberechtigte Versicherte durch den Datenverzug das Nachsehen hatten. In einem zunehmend digitalen Gesundheitssystem ist mehr Datenaktualität notwendig. Aktuellere Daten sind schon allein dafür nötig, um gesetzliche Vorgaben im Sinne einer patientenorientierten Versorgung einhalten zu können. Die TK fordert daher, den Quartalsbezug der Honorarabrechnungen zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen und niedergelassenen Ärzten und Ärztinnen aufzuheben und die Daten tagesaktuell zu übermitteln.

Freiwillige Datenspende an die Krankenkasse ermöglichen

In der elektronischen Patientenakte (ePA) gilt: Die Versicherten entscheiden über ihre Daten. Wer möchte, kann auch Daten für die medizinische Forschung zur Verfügung stellen. Gegenüber Krankenkassen ist diese freiwillige - pseudonymisierte - Datenspende jedoch ausgeschlossen. Und das, obwohl Krankenkassen auch die Aufgabe haben, an der Verbesserung der Qualität der Versorgung arbeiten. Aus TK-Sicht sollten Versicherte auch Krankenkassen gegenüber die Möglichkeit einer solchen "Datenspende" haben. 

Mehr­heit würden Daten spenden

TK-Infografik: Mehrheit würde Daten an Kassen und Forschung spenden. Quelle: TK-Meinungspuls 2021 Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Der TK-Meinungspuls 2021 zeigt: 77 Prozent der Befragten sind bereit, anonyme Gesundheitsdaten der medizinischen Forschung zur Verfügung zu stellen, 64 Prozent auch den Krankenkassen. 

Vom Datenschutz zum Patientenschutz

Gesundheitsdaten sind in Deutschland und Europa besonders schutzbedürftig - das ist richtig und wichtig. Gleichzeitig wächst ihre Bedeutung für den optimalen Schutz von Leben und Gesundheit. Die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig es ist, Daten freiwillig, anonym und unter Einhaltung des Datenschutzes zu nutzen, um Menschen vor Krankheit zu beschützen. Dieser Weg muss weiter beschritten werden. Daten, die in einem solidarisch finanzierten System zustande kommen, sollten zugunsten des Allgemeinwohls genutzt werden können. Patientinnen und Patienten sollten ein Anrecht darauf haben, dass ihre Daten auch in ihrem Sinne genutzt werden. 

TK-Position zur Digitalisierung

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In unserer Mediathek finden Sie Infografiken rund um das Thema Gesundheitssystem:

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Forderungen der TK zur Bundestagswahl

Was sind die Handlungsfelder in der Gesundheitspolitik 2021? Mehr Infos dazu auf den TK-Themenseiten zur Bundestagswahl