Mainz, 22. Mai 2019. Die gemeinsam von der Techniker Krankenkasse (TK) und IBM entwickelte elektronische Gesundheitsakte "TK-Safe" ist seit 20. Mai 2019 im Live-Betrieb. Nach einem erfolgreichen Betatest mit 160.000 Nutzern können nun alle 10,4 Millionen TK-Versicherte ihren persönlichen digitalen Datentresor auf dem Smartphone nutzen, davon rund 480.000 in Rheinland-Pfalz.

Das Besondere bei TK-Safe ist, dass es sich nicht nur um einen sicheren Speicher für alle Informationen rund um die Gesundheit handelt, auf den ausschließlich der Versicherte selbst Zugriff hat. Bei TK-Safe starten die Versicherten außerdem auf Wunsch mit einer gefüllten Gesundheitsakte. Sie können sich die Abrechnungsdaten der Krankenkasse in ihre Akte laden. So bekommen sie vollständige Historien über Medikamente, Arztbesuche, Diagnosen und Impfungen ohne die Daten manuell eintippen zu müssen. Zudem können auch beispielsweise nach Arztbesuchen weitere Daten in TK-Safe übertragen werden.

KV RLP begrüßt Zusammenarbeit 

Dr. Andreas Bartels, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP), begrüßt die Zusammenarbeit bei der digitalen Gesundheitsakte zwischen der Techniker Krankenkasse und den Kassenärztlichen Vereinigungen. Die TK und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hatten sich darauf verständigt, dass künftig Arztpraxen über die in den Praxisverwaltungssystemen integrierte KV-Connect-Schnittstelle an die elektronische Gesundheitsakte TK-Safe angebunden werden können.

Versicherte können ihre Krankenhistorie mit Ärzten teilen

Damit können beispielsweise Laborbefunde und Arztbriefe elektronisch in den digitalen Akten der Patienten gespeichert werden. "Für den Arzt ergibt sich daraus ein umfassendes Bild der Krankenhistorie. Idealerweise können damit auch Doppeluntersuchungen vermieden werden", sagt Dr. Bartels, der selbst in einer Tagesklinik in Mainz als Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin praktiziert.

KV-Connect als zentraler ambulanter Kommunikationsdienst

Die Zusammenarbeit zwischen Deutschlands größter bundesweiter Krankenkasse und den Kassenärztlichen Vereinigungen sei ein wichtiger Schritt, um die Digitalisierung im ambulanten Bereich voranzubringen. "Wir unterstützen in Rheinland-Pfalz dieses Vorhaben. Für die Kassenärzte im Land ergeben sich neue Anwendungsmöglichkeiten, weil der vielfach bereits vorhandene Dienst KV-Connect als Schnittstelle zu TK-Safe dient. KV-Connect übernimmt mehr und mehr die Rolle eines zentralen Kommunikationsdienstes für den sicheren Datenaustausch in der ambulanten Versorgung", betont Dr. Bartels.

TK-Safe wird weiter gefüllt

Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz, bezeichnet die gelungene Anbindung als wichtigen Schritt für die Vernetzung des Gesundheitssystems. "Alle Ärzte, die bereits KV-Connect nutzen, können ohne Umstände mit der elektronischen Gesundheitsakte TK-Safe Daten austauschen. Der Versicherte muss hierzu in der Akte auf seinem Mobilgerät seine Zustimmung erteilen. Mit der dadurch generierten E-Mail-Adresse, die auch als QR-Code vorliegt, kann KV-Connect direkt kommunizieren, natürlich verschlüsselt", erklärt Simon. Alle anderen Ärzte könnten jederzeit zu KV-Connect dazu stoßen, unabhängig davon, welche Praxissoftware sie bisher nutzten.

Hintergrund

Der Zugang zu TK-Safe erfolgt ausschließlich über die TK-App. Diese ist mit einer sogenannten Zwei-Faktor-Authentifizierung gekoppelt. Ein Faktor ist die Registrierung des Smartphones mit einem persönlichen Freischaltcode. Der andere Faktor ist die Anmeldung in der App mit Benutzernamen und Passwort. TK-Safe wird mit den jeweils technisch aktuellen Verschlüsselungsmethoden gesichert.

Die Daten werden inhaltsverschlüsselt (End-to-End) auf Servern gespeichert, die in Deutschland stehen und damit unter das deutsche Datenschutzrecht fallen. Konkret heißt das: Nur die Nutzer selbst können ihre Daten lesen, da nur sie den Schlüssel dazu besitzen. Weder die TK noch die IBM Deutschland GmbH können die Daten einsehen. Die Entschlüsselung der Daten erfolgt erst auf dem Smartphone. Ein neues Smartphone muss entsprechend immer neu registriert werden, damit sichergestellt ist, dass ausschließlich der Versicherte Zugriff hat.