Kiel, 28. Januar 2019. Bürokratieabbau und weniger Aufwand für die Patienten: Seit September 2017 können am Projekt elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) teilnehmende Ärzte in Schleswig-Holstein eine Krankschreibung einfach per Mausklick an die Techniker Krankenkasse (TK) übermitteln. 450 Ärzte im Land haben diese Möglichkeit bisher genutzt und über 57.000 Krankschreibungen von rund 22.000 Patienten digital an die TK übermittelt. "Das neue digitale Verfahren hat sich bewährt. Es ist für alle Beteiligten einfacher, schneller, preiswerter und baut Bürokratie ab", freut sich Dr. Johann Brunkhorst, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein, über den erfolgreichen Verlauf des Projektes. 

600 Verfahren zum digitalen Austausch der AU von Projekt-Arbeitgebern angestoßen

Seit Juli 2018 findet in einem zweiten Schritt die Übermittlung des gelben Scheins von der Krankenkasse an Arbeitgeber automatisch statt. Als erste Arbeitgeber sind hier die TK und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) im Rahmen des Projektes angebunden. Etwa 600 Verfahren zum digitalen Austausch der AU-Bescheinigung wurden angestoßen. Im weiteren Verlauf des Projekts möchte die TK auch den Versichertendurchschlag der AU-Bescheinigung elektronisch zur Verfügung stellen. So würden alle drei Bescheinigungen digitalisiert - und der Prozess der Krankschreibung dadurch schneller und transparenter.

TK fordert Gesetzgeber auf, rechtliche Voraussetzungen zu schaffen

Mit dem Pilotprojekt eAU will die TK einen neuen Weg beschreiten. Allerdings kann der Prozess zur Übermittlung der Daten der AU-Bescheinigung aufgrund rechtlicher Vorschriften noch nicht bis zum Ende digital umgesetzt werden. So können Krankenkassen derzeit nur mit umfangreichen Einzelvereinbarungen zwischen Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Krankenkasse die bislang üblichen Inhalte der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an den Arbeitgeber digital übermitteln. Die digitale Infrastruktur für eine unkomplizierte Übermittlung liegt laut TK-Chef Dr. Brunkhorst vor. Er fordert den Gesetzgeber auf, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Krankenkassen Arbeitsunfähigkeiten regelhaft in Richtung der Arbeitgeber digital kommunizieren können.

"Wir brauchen eine rechtliche Regelung, dass die Vorlage der schriftlichen ärztlichen Bescheinigung durch den Arbeitnehmer entbehrlich ist, wenn der Arbeitgeber am Verfahren der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung teilnimmt", so Brunkhorst.