556 Arbeitstage: So lange hat es gedauert vom Entwicklungsbeginn bis zum offiziellen Start der digitalen Gesundheitsakte TK-Safe.

Herr Koffner, Jens Spahn hat den Entwurf für ein Digitalisierungsgesetz vorgelegt. TK-Safe ist im Live-Betrieb. Wird das Gesundheitswesen nun tatsächlich digital?

Markus Koffner

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Leiter Regionales Vertragswesen, TK-Landesvertretung Baden-Württemberg

In der Tat werden mit dem Digitalisierungsgesetz alte Zöpfe abgeschnitten. Endlich können die Kassen ihre Versicherten auf elektronischem Weg über innovative Angebote informieren. Auch der per Gesetz geplante elektronische Mitgliedsantrag ist überfällig. Ärzte können via Internet auf Videosprechstunden hinweisen. Wichtig ist zudem, dass künftig alle Leistungserbringer an die Telematikinfrastruktur angeschlossen werden.

Patienten bekommen den Anspruch, dass ihr Arzt ihre persönlichen Daten in ihrer Patientenakte ablegt. Mit unserer elektronischen Gesundheitsakte TK-Safe haben wir ein Instrument, mit dem wir diesen Passus schon jetzt in die Praxis umsetzen können.

Was bedeutet TK-Safe für die TK-Versicherten in Baden-Württemberg?

Auch die TK-Versicherten in Baden-Württemberg können sich die Abrechnungsdaten in ihre Akte laden. So bekommen sie vollständige Historien über Medikamente, Arztbesuche, Diagnosen und Impfungen.

Die ambulanten Ärzte im Südwesten können sich über den Datenaustauschdienst "KV-Connect" an TK-Safe anschließen. Dadurch ist es möglich, Arztbriefe direkt aus der Praxissoftware an die Gesundheitsakte zu senden.

18 Häuser des Gesundheitskonzerns Agaplesion sind an TK-Safe angeschlossen, darunter die Agaplesion Bethesda Klinik Ulm und das Agaplesion Bethanien Krankenhaus in Heidelberg. Zudem haben mehrere Krankenhäuser aus Baden-Württemberg die Absicht erklärt, den Anschluss an TK-Safe zu prüfen.

Mit dem Digitalisierungsgesetz hat die Politik auf Bundesebene einen wichtigen Schritt gemacht. Was kann auf Landesebene noch gemacht werden?

In Baden-Württemberg wird die Digitalisierung des Gesundheitswesens schon seit geraumer Zeit vorangetrieben. Das gilt sowohl für den Ministerpräsidenten als auch für die Minister Strobl und Lucha. Der Sozialminister hat beispielsweise vor kurzem erst zehn Millionen Euro zur Förderung der Digitalisierung in Kliniken bereitgestellt.

Wichtig ist nun, dass die neuen Möglichkeiten im medizinischen Alltag zunehmend eingesetzt und gelebt werden. Das gilt sowohl für Ärzte als auch für Patienten. Videosprechstunden, elektronische Patientenakten, digitale Vernetzung: Es wäre fahrlässig, die damit verbundenen Chancen nicht zu nutzen.