Mainz, 30. Juni 2021. 83 Prozent der Menschen in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland finden die Idee einer elektronischen Patientenakte (ePA) gut oder sogar sehr gut. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). Seit einem halben Jahr schon können Patientinnen und Patienten auf ihre elektronische Patientenakte zugreifen. Bei der TK nutzen diesen Service bereits rund 150.000 Versicherte, davon 7.000 in Rheinland-Pfalz (4,6 Prozent). Zum 1. Juli soll sie nun Einzug in Arztpraxen, Krankenhäuser und Apotheken halten.   

Nicht alle sind am Stichtag bereit 

"Ab Juli sollten alle Leistungserbringerinnen und Leistungserbringer an die Telematik-Infrastruktur angebunden sein und in der Lage sein, die ePA etwa mit Befunden, Diagnosen oder Arztbriefen zu befüllen", erklärt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz. Nicht jede Praxis wird diese Frist jedoch einhalten können. "Leider warten einige Praxen weiterhin auf die technische Ausstattung oder die elektronischen Heilberufsausweise, die für die Nutzung der ePA erforderlich sind. Dies bedauern wir, da die elektronische Patientenakte erst mit dieser Anbindung ihr volles Potenzial erreicht", so Simon.

Krankenkassen wünschen sich anonyme Datenspenden

In den kommenden Jahren wird die elektronische Patientenakte stetig weiter ausgebaut. Ab 2022 sollen Nutzerinnen und Nutzer etwa beispielsweise ihre Daten bei einem Versicherungswechsel mitnehmen können. Zudem werden Dokumente in der ePA digitalisiert wie etwa das Zahnbonusheft, der Impfausweis oder die U-Untersuchungen für Kinder. Im Jahr 2023 wird die Möglichkeit geschaffen, Daten aus der ePA anonym für die medizinische Forschung freizugeben.

Die TK fordert, auch Krankenkassen in den Nutzerkreis aufzunehmen. "Auch wir haben ein Interesse daran, die Versorgung und somit die Gesundheit unserer Versicherten zu verbessern. Freiwillige und anonyme Datenspenden liefern dazu einen wichtigen Beitrag", meint Jörn Simon.  

Sechs von zehn Versicherten würden ihre Daten freigeben

Laut Forsa-Umfrage wären 60 Prozent der Menschen in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland bereit, ihre Gesundheitsdaten anonymisiert an ihre Krankenkasse zu übermitteln, damit diese bessere Angebote entwickeln kann. Drei Viertel würden ihre Daten der medizinischen Forschung zur Verfügung zu stellen, um deren Weiterentwicklung zu unterstützen.

Hinweis für die Redaktion

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag der TK im Januar 2021 bundesweit 2.001 Erwachsene zum Gesundheitssystem befragt. Die Befragten repräsentieren einen Querschnitt der volljährigen Bevölkerung in Deutschland.