Am 1. Januar 2021 ist die elektronische Patientenakte (ePA) an den Start gegangen. Jede gesetzliche Krankenkasse muss seitdem ihren Versicherten eine ePA mit definierten Mindestfunktionalitäten anbieten. Mit Beginn des zweiten Halbjahres sollen auch Leistungserbringer wie ambulante Ärzte verpflichtend angebunden werden, Krankenhäuser ab 1. Januar 2022.

Dann haben Patienten auch einen Anspruch, dass die Leistungserbringer ihnen Behandlungsdaten, Arztbriefe oder Medikationspläne in ihre Akte laden. Darin können dann zudem Notfalldaten, persönliche Erklärungen und Daten des Versicherten gespeichert werden.

Im Rahmen einer Online-Veranstaltung der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz - ZIRP um 12 - gab TK-Landeschef Jörn Simon einen Einblick in das Projekt und zeigte auf, welche weiteren Ausbaustufen geplant sind.

Videointerview

"ZIRP um 12: Die elektronische Patientenakte - Einführung und erste Erfahrungen" - Videointerview mit Jörn Simon auf ZIRP.TV

Vom digitalen Mutterpass bis zum Impfausweis

In der nächsten Stufe, die im Januar 2022 zündet, werden die Funktionalität und die Inhalte der ePA noch erweitert. Digital sollen dann auch das Zahnbonusheft, das Untersuchungsheft für Kinder, der Mutterpass und der Impfausweis vorliegen. Zudem besteht die Möglichkeit, ein elektronisches Rezept vom Arzt zu erhalten, außerdem fließen Abrechnungsdaten der Kassen ein, die die TK allerdings jetzt schon - digital aufbereitet und nicht nur im pdf-Format - zur Verfügung stellt.

Volle Funktionalität mit der dritten Ausbaustufe

In der dritten Ausbaustufe ab 2023 wird die Leistungsfähigkeit der ePA um die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, Pflegedaten und Daten sonstiger Leistungserbringer - beispielsweise Physiotherapeuten - aufgestockt. Zudem soll ab diesem Zeitpunkt eine anonyme Datenspende für Forschungszwecke möglich sein.

TK als Vorreiter mit Gesundheitsakte TKsafe

Als Vorreiter ist die TK bereits im März 2018 mit ihrer elektronischen Gesundheitsakte TKsafe gestartet, die mit Beginn des Jahres 2021 in die ePA überführt wurde. Durch den zeitlichen Vorsprung enthält TKsafe bereits heute eine Reihe von zusätzlichen Servicefunktionen, die über die Basisfunktionen der ePA weit hinausgehen. Dazu gehören persönliche Vorsorge- und Impfempfehlungen, die kompletten Abrechnungsdaten von Arztbesuchen und Krankenhausaufenthalten, Medikamenten sowie Diagnosen. Da diese Daten auch die Preise enthalten, liefert die TK praktisch hiermit die schon häufig geforderte Patientenquittung. Zudem steht ein Familienkonto bereit.