Frankfurt am Main, 20. Mai 2019. Ab heute steht die gemeinsam von Techniker Krankenkasse (TK) und IBM Deutschland entwickelte elektronische Gesundheitsakte "TK-Safe" allen interessierten TK-Versicherten zur Verfügung. Die Beta-Testphase der Akte, an der sich 160.000 Nutzer beteiligt hatten, ist damit erfolgreich abgeschlossen.

Zum offiziellen Start von TK-Safe wurden heute bundesweit 12.000 Arztpraxen an die Akte angeschlossen. Über 450 dieser Praxen befinden sich in Hessen. "Direkt aus ihrer jeweiligen Praxissoftware heraus können die Ärzte nun Daten wie Laborbefunde oder Arztbriefe auf sicherem Wege in die digitalen Akten ihrer TK-versicherten Patienten übermitteln. Die Anbindung der Arztpraxen ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einer besseren Vernetzung im Gesundheitswesen", sagt Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung Hessen.

Der Datenaustausch zwischen den Arztpraxen und TK-Safe läuft über die Anwendung "KV Connect". Arztpraxen, die mit dieser Software ausgestattet sind, nutzten sie bisher, um digital mit anderen Ärzten, Psychotherapeuten oder mit der für sie zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung zu kommunizieren. Jetzt besteht auch eine entsprechende Schnittstelle zwischen KV Connect und TK-Safe. Um den Schutz der hochsensiblen Daten sicherzustellen, sind die Informationen während des Transportweges zwischen Software und elektronischer Gesundheitsakte Ende-zu-Ende verschlüsselt. Im ersten Schritt können zunächst nur die Ärzte Dokumente in die digitalen Akten ihrer Patienten senden. Doch schon bald soll auch ein gegenseitiger Austausch von Daten möglich sein, sodass auch die Patienten ihren Ärzten Daten zur Verfügung stellen können.
 
"Wir hoffen, dass möglichst viele hessische Ärzte ihre KV-Connect-Schnittstelle nutzen werden, um mit ihren TK-versicherten Patienten künftig Daten auszutauschen. So können sie beweisen, dass die hessische Ärzteschaft offen für Innovationen und für die digitale Vernetzung im Gesundheitswesen ist", so Voß. 

Als im April 2018 die Beta-Testphase von TK-Safe gestartet wurde, gab es mit der in Frankfurt ansässigen Klinikkette Agaplesion bereits einen Vertreter aus Hessen, der mit Vorbildcharakter vorangegangen ist. Von Anfang an waren 18 Kliniken des Konzerns, darunter sechs Häuser in Hessen, an die elektronische Gesundheitsakte der TK und IBM angeschlossen. 

Hintergrund 

TK-Safe ist ein sicherer Speicher für alle Informationen rund um die Gesundheit, auf die ausschließlich der Versicherte selbst Zugriff hat. Auf Wunsch können die Versicherten mit einer gefüllten Gesundheitsakte starten, indem sie sich von der TK ihre Abrechnungsdaten in die Akte laden lassen. So bekommen sie vollständige Historien über Medikamente, Arztbesuche, Diagnosen und Impfungen - ohne alles manuell eintippen zu müssen. TK-Safe wird ständig um Funktionen erweitert. So gibt es beispielsweise eine smarte Erinnerungsfunktion, die Versicherte individuell - ja nach Alter, Geschlecht und medizinische Vorgeschichte - auf Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen hinweist.